Der ASB spricht sich gegen einen „freiwilligen Zivildienst“ und für eine Förderung des Freiwilligen Sozialen Jahres aus.
ASB/W. Krüper
Am 10. Juni 2010 kündigte der Verteidigungsminister im Bundestag die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes erstmals an. Die Folgen eines Wegfalls des Zivildienstes, sowohl für die jungen Männer als auch für die im Laufe der Jahrzehnte gewachsenen sozialen Infrastrukturen, müssen offen diskutiert werden. Grundsätzlich ist der ASB aufgeschlossen gegenüber neuen Modellen, die darauf angelegt sind, mehr Menschen den Zugang zu einem Freiwilligendienst zu ermöglichen. Dies gilt insbesondere für die Einbeziehung neuer Zielgruppen. In dieser Hinsicht bietet der generationsübergreifende Ansatz des von Familienministerin Schröder vorgeschlagenen Modells durchaus seine Reize.
Keine Doppelstrukturen schaffen
Aber ein „freiwilliger Zivildienst“ – der grundsätzlich ein Widerspruch in sich ist in seiner unglücklichen Verquickung von Pflichtdienst und Freiwilligendienst – scheint als Kompensation nicht der richtige Weg zu sein. Aus Sicht des ASB könnte die Gefahr bestehen, mit einem freiwilligen Zivildienst Doppelstrukturen zu schaffen, die das seit über 45 Jahren bewährte Subsidiaritätsprinzip mit dem Erfolgsmodell Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) schwächen. Neben dem FSJ würde ein ähnlicher, aber staatlich gesteuerter Dienst etabliert werden, der zudem voraussichtlich auch noch über eine bessere finanzielle Ausstattung verfügen würde.
Freiwilliges Soziales Jahr stärker fördern
Der ASB fordert hingegen einen deutlichen Ausbau des FSJ: Jeder FSJ-Platz sollte gefördert werden. Die FSJ-Träger bieten dem Bund schon seit Jahren an, bei einer angemessenen finanziellen Förderung die Anzahl der Einsatzplätze nach einer Übergangsphase auf bis zu 60.000 auszubauen. Zudem plädiert der ASB dafür, die Förderpauschale des Bundes für die pädagogische Begleitung von 72 Euro auf 153 Euro im Monat anzuheben. Darüber hinaus sollte zur weiteren Berücksichtigung benachteiligter Jugendlicher der Betreuungsschlüssel von 1:40 auf 1:30 verbessert werden. Um insbesondere junge Männer für das Freiwillige Soziale Jahr zu gewinnen, wäre eine gemeinsame Imagekampagne der Bundesregierung mit den Trägern des FSJ sinnvoll. Mit einem derartigen Ausbau des FSJ würde der Staat ein deutliches Zeichen zur Stärkung der Zivilgesellschaft setzen.
Passgenaues Modell für Freiwillige 26+
Für Menschen über 26 Jahre, die sich in einer anderen Lebensphase als die 16- bis 26-Jährigen befinden und eine andere Form von Begleitung benötigen, sollte aus Sicht des ASB eher ein eigenes, passgenaues Modell entwickelt werden, das dieser Zielgruppe eine attraktive Alternative für einen Freiwilligendienst anbieten könnte. Zurzeit sind 1.788 Zivildienstleistende für den ASB tätig, zudem engagieren sich 1.043 junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr im ASB. Der ASB unterhält eine Zivildienstverwaltungsstelle und zwei Zivildienstschulen.
Am 10. Juni 2010 kündigte der Verteidigungsminister im Bundestag die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes erstmals an. Die Folgen eines Wegfalls des Zivildienstes, sowohl für die jungen Männer als auch für die im Laufe der Jahrzehnte gewachsenen sozialen Infrastrukturen, müssen offen diskutiert werden. Grundsätzlich ist der ASB aufgeschlossen gegenüber neuen Modellen, die darauf angelegt sind, mehr Menschen den Zugang zu einem Freiwilligendienst zu ermöglichen. Dies gilt insbesondere für die Einbeziehung neuer Zielgruppen. In dieser Hinsicht bietet der generationsübergreifende Ansatz des von Familienministerin Schröder vorgeschlagenen Modells durchaus seine Reize.
Keine Doppelstrukturen schaffen
Aber ein „freiwilliger Zivildienst“ – der grundsätzlich ein Widerspruch in sich ist in seiner unglücklichen Verquickung von Pflichtdienst und Freiwilligendienst – scheint als Kompensation nicht der richtige Weg zu sein. Aus Sicht des ASB könnte die Gefahr bestehen, mit einem freiwilligen Zivildienst Doppelstrukturen zu schaffen, die das seit über 45 Jahren bewährte Subsidiaritätsprinzip mit dem Erfolgsmodell Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) schwächen. Neben dem FSJ würde ein ähnlicher, aber staatlich gesteuerter Dienst etabliert werden, der zudem voraussichtlich auch noch über eine bessere finanzielle Ausstattung verfügen würde.
Freiwilliges Soziales Jahr stärker fördern
Der ASB fordert hingegen einen deutlichen Ausbau des FSJ: Jeder FSJ-Platz sollte gefördert werden. Die FSJ-Träger bieten dem Bund schon seit Jahren an, bei einer angemessenen finanziellen Förderung die Anzahl der Einsatzplätze nach einer Übergangsphase auf bis zu 60.000 auszubauen. Zudem plädiert der ASB dafür, die Förderpauschale des Bundes für die pädagogische Begleitung von 72 Euro auf 153 Euro im Monat anzuheben. Darüber hinaus sollte zur weiteren Berücksichtigung benachteiligter Jugendlicher der Betreuungsschlüssel von 1:40 auf 1:30 verbessert werden. Um insbesondere junge Männer für das Freiwillige Soziale Jahr zu gewinnen, wäre eine gemeinsame Imagekampagne der Bundesregierung mit den Trägern des FSJ sinnvoll. Mit einem derartigen Ausbau des FSJ würde der Staat ein deutliches Zeichen zur Stärkung der Zivilgesellschaft setzen.
Passgenaues Modell für Freiwillige 26+
Für Menschen über 26 Jahre, die sich in einer anderen Lebensphase als die 16- bis 26-Jährigen befinden und eine andere Form von Begleitung benötigen, sollte aus Sicht des ASB eher ein eigenes, passgenaues Modell entwickelt werden, das dieser Zielgruppe eine attraktive Alternative für einen Freiwilligendienst anbieten könnte. Zurzeit sind 1.788 Zivildienstleistende für den ASB tätig, zudem engagieren sich 1.043 junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr im ASB. Der ASB unterhält eine Zivildienstverwaltungsstelle und zwei Zivildienstschulen.