Ukraine und die EM 2012

Dossier

Ausführliche Informationen zur sozialen Notlage in den ukrainischen Austragungsorten Kiew und Charkiw.

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Fußball-EM 2012 Polen/Ukraine
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    EM-Austragungsland Ukraine

    „Gemeinsam Geschichte schreiben“ – unter diesem Motto feiert die UEFA 2012 eine Europameisterschaft, deren Motto in seiner Doppeldeutigkeit von der Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen wurde: Millionen begeisterter Fußballfans werden vom 8. Juni bis 1. Juli 2012 mit ihrer Mannschaft mitfi

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Fußball-Europameisterschaft 2012 Polen / Ukraine

EM 2012 darf nicht auf Kosten der sozial Schwächsten gehen

Der ASB weist im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2012 auf die prekären Verhältnisse im Austragungsland Ukraine hin. Dort führt der Ausbau von Infrastruktur und Stadien zu Kürzungen von Sozialleistungen.

Im EM-Austragungsort Charkiw werden über 100 ehemalige NS-Zwangsarbeiter durch den Ukrainischen Samariterbund ambulant betreut.
Foto: Ukrainischer Samariterbund

Köln/Kiew, 15. Februar 2012 – Knapp fünf Monate vor dem Eröffnungsspiel zur Fußball-Europameisterschaft (EM) mahnt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) an, dass die hohen Investitionskosten für das Sportereignis zu Kürzungen der Sozialleistungen in der Ukraine führen. Staatliche Gelder, die bisher in den Unterhalt von sozialen Dienstleistungen flossen, werden stattdessen für die Durchführung der EM 2012 aufgewendet. Von der sozialen Notlage sind u. a. ehemalige NS-Zwangsarbeiter betroffen, aber auch Kinder mit Behinderung und deren Familien.

ASB-Bundesgeschäftsführer Christian Reuter erläutert: „Es ist dem ASB ein Anliegen, sich solidarisch zu zeigen. Gemeinsam mit dem Ukrainischen Samariterbund warnt der ASB davor, die hilfebedürftigen Menschen zu vergessen. Wir appellieren an die Verantwortlichen, nicht ausschließlich in Stadien, sondern auch in Hilfe für die sozial Schwachen zu investieren.“

Ausbau der Austragungsorte führt zu Kürzungen von Sozialleistungen in der Ukraine

Im EM-Austragungsort Charkiw werden über 100 ehemalige NS-Zwangsarbeiter durch den Ukrainischen Samariterbund ambulant betreut. Einen staatlichen Pflegedienst in dieser Form gibt es nicht. Die von der Regionalverwaltung Charkiw zugesagte finanzielle Unterstützung wurde bisher nicht geleistet. Als Folge der fehlenden Finanzierung musste der Pflegedienst auf ein Minimum heruntergefahren werden. Das bedeutet nicht nur eine gravierende Einschränkung der Lebensqualität für die ehemaligen Zwangsarbeiter. Zu befürchten ist, dass die Überlebenden des NS-Regimes ohne ausreichende Unterstützung an Hilflosigkeit leiden – ohne jede öffentliche Wahrnehmung.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat der Ukrainische Samariterbund eine Einrichtung für hirngeschädigte Kinder und deren Familien aufgebaut. Es ist die einzige Einrichtung dieser Art in der Ukraine. Die von der Stadtverwaltung Kiew zugesagten Mittel für 2011 wurden bisher nicht geleistet. Der laufende Betrieb konnte nur durch Gehaltsverzicht der Mitarbeiter und Einsparungen bei Anschaffungen aufrechterhalten werden. Dies kann keine dauerhafte Lösung sein und hätte eine Schließung der Einrichtung zu Folge.

Engagement in Mittel- und Osteuropa

Der ASB engagiert sich seit 1994 in Mittel- und Osteuropa, um nachhaltig das Wohl der Menschen zu verbessern. Der Ukrainische Samariterbund wurde 1991 gegründet und ist landesweit mit 100 Mitarbeiten aktiv.

Die Partnerprojekte werden zum einen durch Eigenmittel gefördert, zum anderen durch Mittel der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), die sich in Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischen Unrechts für die Stärkung der Menschenrechte und die Völkerverständigung einsetzt.

Kontakt ASB-Pressestelle: Marion Michels, Tel. (0221) 4 76 05-233, E-Mail: m.michels@asb.de, Alexandra Valentino, Tel. (0221) 4 76 05-324, E-Mail: a.valentino@asb.de, Fax: -297, Internet: www.asb.de

Marion Michels 15-02-2012

Wenn Sie mehr wissen möchten

Kontakt für dieses Thema

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Michael Schnatz

Internationale Samariterkooperation       
Telefon 0221-476 05-326   

Infomaterial + Dokumente

Medieninformation

ASB: EM darf nicht auf Kosten der sozial Schwächsten gehen (pdf, 107 KB)
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