Vom Überlebenswillen der Haitianer
Die Katastrophe als Chance wahrnehmen
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ASB-Länderdirektor Florian Meyer und eine haitianische Familie vor ihrem neuen Übergangshaus.
ADH/F. Kopp -
Die Übergangshäuser werden aus Holz angefertigt. Die einzelnen Bauteile werden in der ASB-Schreinerei vorbereitet.
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Nach dem Erdbeben lebten die viele Familien in Zelten. Mit den Übergangshäusern erhalten sie ein festes Dach über dem Kopf, das sie auch vor Regen und Sturm schützt.
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Auch die Kinder in Petit-Goâve können schon wieder lächeln. Sie freuen sich über ihr neues Zuhause.
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Sergio Terpedino ist Bauingenieur und überwacht für den ASB die Baumaßnahmen in Petit-Goâve.
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Nach dem Zuschnitt werden die Bauteile weiterverarbeitet. Der ASB beschäftigt vor allem lokale Mitarbeiter, um ihnen eine neue Erwerbsmöglichkeit zu geben.
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Die Übergangshäuser sind an die lokalen Bedürfnisse angepasst. Sie besitzen z.B. eine Veranda, die wegen der tropischen Klimas notwendig ist.
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Die einzelnen Bauteile werden dann auf dem zugewiesenen Grundstück zu einem Übergangshaus zusammengesetzt.
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Die meisten Familien haben durch das Erdbeben ihren gesamten Besitz verloren. Die Übergangshäuser sind für sie ein neuer Anfang.
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Insbesonder Frauen mit ihren Kindern bieten die Übergangshäuser Schutz und Rückzugsmöglichkeit.
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Petit-Goâve liegt etwa 75 km westlich der Hauptstadt und gehört zu den am schwersten durch das Erdbeben betroffenen Gebieten. Dort hat der ASB sein Länderbüro errichtet.
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Wie beurteilen Sie die Lage des Landes knapp ein Jahr nach dem Beben?
Florian Meyer: Als ich im Mai in Haiti ankam, war der erste Eindruck erschütternd. Wenn ich heute durch Petit-Goâve gehe, fällt mir auf, dass viele Zelte von den Straßen verschwunden sind. Aber das Aufräumen ist natürlich noch nicht abgeschlossen. Zahlreiche Menschen leben noch in Zeltlagern und sind auf Trinkwasser-Lieferungen angewiesen.
Wie sieht die ASB-Hilfe vor Ort aus?
Florian Meyer: Der ASB baut in Petit-Goâve Übergangshäuser. Wir haben gerade die ersten acht an die künftigen Bewohner übergeben. Wir hoffen bis Dezember die geplanten 300 Häuser fertig zu stellen.
Angesichts der grassierenden Cholera-Epidemie ist der ASB zusätzlich in der besonders stark betroffenen Region Central aktiv geworden. Gemeinsam mit der ADH-Partnerorganisation Arche nova wird in Mirebalais und Umgebung sauberes Trinkwasser für rund 4.000 Menschen bereitgestellt. Außerdem finden Hygieneschulungen für 12.000 Frauen, Kinder und ältere Menschen statt. Denn die Aufklärung über die Krankheit ist besonders wichtig: Nur mit sauberem Wasser und einer großflächigen Hygieneaufklärung lässt sich die Seuche stoppen.
Florian Meyer: Der ASB baut in Petit-Goâve Übergangshäuser. Wir haben gerade die ersten acht an die künftigen Bewohner übergeben. Wir hoffen bis Dezember die geplanten 300 Häuser fertig zu stellen. Angesichts der grassierenden Cholera-Epidemie ist der ASB zusätzlich in der besonders stark betroffenen Region Central aktiv geworden. Gemeinsam mit der ADH-Partnerorganisation Arche nova wird in Mirebalais und Umgebung sauberes Trinkwasser für rund 4.000 Menschen bereitgestellt. Außerdem finden Hygieneschulungen für 12.000 Frauen, Kinder und ältere Menschen statt. Denn die Aufklärung über die Krankheit ist besonders wichtig: Nur mit sauberem Wasser und einer großflächigen Hygieneaufklärung lässt sich die Seuche stoppen.
Wie sieht derzeit die Sicherheitslage für die Helfer aus? Fühlen Sie sich sicher im Land?
Florian Meyer: Grundsätzlich fühlen wir uns sicher. Insbesondere hier in Petit-Goâve kommt es nur gelegentlich zu Diebstählen oder Einbrüchen. In anderen Städten gab es aber aggressive Demonstrationen gegen Nichtregierungsorganisationen (NGO). Der ASB versucht dem vorzubeugen, indem wir intensiv den Kontakt zur Bevölkerung suchen und über unsere Arbeit aufklären. Dadurch haben wir in Petit-Goâve eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung erreichen können.
Wie sieht derzeit die Sicherheitslage für die Helfer aus? Fühlen Sie sich sicher im Land?
Florian Meyer: Grundsätzlich fühlen wir uns sicher. Insbesondere hier in Petit-Goâve kommt es nur gelegentlich zu Diebstählen oder Einbrüchen. In anderen Städten gab es aber aggressive Demonstrationen gegen Nichtregierungsorganisationen (NGO). Der ASB versucht dem vorzubeugen, indem wir intensiv den Kontakt zur Bevölkerung suchen und über unsere Arbeit aufklären. Dadurch haben wir in Petit-Goâve eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung erreichen können. Die internationale Hilfe für den Wiederaufbau lief nur schleppend an. Womit hing dies Ihrer Ansicht nach zusammen?
Florian Meyer: Ich denke, dass in Anbetracht des Ausmaßes der Katastrophe viel geleistet worden ist. In den Monaten nach dem Beben wurden fast 100.000 Zelte und rund 700.000 Plastikplanen verteilt, um den Betroffenen zumindest ein provisorisches Dach über dem Kopf zu geben. Es wurden Haushaltssets, Hygieneartikel, Lebensmittel und Trinkwasser verteilt. Niemand verhungert, und es ist gelungen, das Überleben der Haitianer zu sichern.
In den betroffenen Regionen hier in Haiti hat das Erdbeben nicht nur Häuser zerstört, sondern auch die Infrastruktur nachhaltig geschädigt. Strassen, Brücken, Strom, Wasser. Port-au-Prince, die Hauptstadt des Landes wurde schwer beschädigt. Nicht nur grosse Teile Infrastruktur sind zerstört, sondern auch der öffentlichen Verwaltung. Ministerien und Behörden sind eingestürzt und haben Unterlagen, Computer usw. begraben. Etwa 16.000 Mitarbeiter der Verwaltung sind ums Leben gekommen. Und das alles in einem Land, das schon vor der Katastrophe zu den ärmsten der Welt gehörte und in dem Korruption und Misswirtschaft keine Fremdwörter sind.
Warum ist es wichtig, die Haitianer in die Hilfsmaßnahmen einzubeziehen?
Florian Meyer: Die internationalen Helfer sind in Haiti nur Besucher für eine begrenzte Zeit. Wir möchten den Menschen bei der Bewältigung ihrer Probleme helfen. Diese Hilfe kann nur sinnvoll gelingen, wenn sie aktiv beim Wiederaufbau mitwirken. Und er wird nur dann nachhaltig sein, wenn die lokalen Strukturen einbezogen werden, so dass die Bewohner gefestigt und gestärkt daraus hervorgehen und auch in Zukunft eine aktive Rolle bei der Gestaltung ihres Landes spielen können.
Warum ist es wichtig, die Haitianer in die Hilfsmaßnahmen einzubeziehen?
Florian Meyer: Die internationalen Helfer sind in Haiti nur Besucher für eine begrenzte Zeit. Wir möchten den Menschen bei der Bewältigung ihrer Probleme helfen. Diese Hilfe kann nur sinnvoll gelingen, wenn sie aktiv beim Wiederaufbau mitwirken. Und er wird nur dann nachhaltig sein, wenn die lokalen Strukturen einbezogen werden, so dass die Bewohner gefestigt und gestärkt daraus hervorgehen und auch in Zukunft eine aktive Rolle bei der Gestaltung ihres Landes spielen können. Wie lange wird der ASB im Land bleiben?
Florian Meyer: Der ASB wird sich längerfristig in Haiti engagieren. Uns ist es wichtig, neben der akuten Katastrophenhilfe und dem Wiederaufbau auch einen Beitrag zur weiteren Entwicklung des Landes zu leisten. Dies gilt insbesondere in Hinblick auf den Schutz vor Naturkatastrophen. Denn Haiti ist nicht nur durch Erdbeben bedroht, sondern liegt auch in einer Zone, die regelmäßig von tropischen Stürmen heimgesucht wird.
Wie beurteilen Sie die Zukunft von Haiti?
Florian Meyer: Ich denke für Haiti ist es wichtig, die Katastrophe vom 12. Januar auch als Chance wahrzunehmen. Durch die hohe Spendenbereitschaft in aller Welt sind nicht nur finanzielle Mittel für einen Wiederaufbau verfügbar, sondern auch Experten im Land, deren Know-how in vielen Bereichen genutzt werden kann. Wenn dies der haitianischen Regierung und Bevölkerung gelingt, kann es eigentlich nur besser werden. Dafür muss der Rest der Welt die Entwicklung Haitis weiterhin begleiten, denn Haiti ist ein Land mit vielen Problemen, aber auch eines mit stolzen und aktiven Menschen und einer atemberaubend schönen Natur.
Fotos: ADH/F. Kopp
Wie beurteilen Sie die Zukunft von Haiti?
Florian Meyer: Ich denke für Haiti ist es wichtig, die Katastrophe vom 12. Januar auch als Chance wahrzunehmen. Durch die hohe Spendenbereitschaft in aller Welt sind nicht nur finanzielle Mittel für einen Wiederaufbau verfügbar, sondern auch Experten im Land, deren Know-how in vielen Bereichen genutzt werden kann. Wenn dies der haitianischen Regierung und Bevölkerung gelingt, kann es eigentlich nur besser werden. Dafür muss der Rest der Welt die Entwicklung Haitis weiterhin begleiten, denn Haiti ist ein Land mit vielen Problemen, aber auch eines mit stolzen und aktiven Menschen und einer atemberaubend schönen Natur.
Fotos: ADH/F. Kopp Wenn Sie mehr wissen möchten
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Erdbeben HaitiNothilfe für 40.000 Menschen
Nach dem schweren Erdbeben vom 12. Januar 2010 leistete der ASB Nothilfe. Seit Juni 2010 engagiert sich der ASB für den Wiederaufbau von Übergangshäuser und Waisenheimen.
Das Hauptquartier des ASB befindet sich in der Küstenstadt Petit Goâve. Die Stadt gehört zur ländlichen Region, etwa 60 km westl...
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