Auslandshilfeprojekte 2010

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Auslandshilfe-Jahrbuch 2010

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Rückkehr und Wiederaufbau

Häuser für 109 Familien

T. Sukiran und seine Frau sind aufgeregt: Sie gehören zu den 109 Familien, die in wenigen Stunden endlich wieder ein Haus ihr Eigen nennen dürfen. Mit finanzieller Unterstützung der EU und einem Eigenanteil errichtet der ASB Häuser für Flüchtlingsfamilien in Sri Lanka.

T. Sukiran mit Frau und zwei seiner Töchter vor ihrem neuen Haus.
ASB Sri Lanka

Die 109 Häuser, die vergangenen Mittwoch in dem Dorf Menik Farm im Bezirk Vavuniya im Norden Sri Lankas an ihre neuen Bewohner und Eigentümer übergeben wurden, sind Teil eines von der Europäischen Union (EU) finanziell unterstützten und vom ASB ausgeführten Projekts, in dem seit 2010 bereits 518 Häuser fertig gestellt wurden.

„Ursprünglich stammen wir aus Killinochchi. Seit 1999 mussten wir mehrmals flüchten – bis wir in einem Flüchtlingslager für interne Vertriebene in Cheddikulam zehn Jahre lang Zuflucht fanden. 2010 erhielten wir dann endlich die gute Nachricht, dass wir eine der Familien sein würden, die ein eigenes Haus erhalten. Wir sind fast sprachlos vor Glück“, sagt T. Sukiran, während er in Festtagskleidung auf den Beginn der feierlichen Übergabe wartet. Zu dieser Zeremonie sind nicht nur alle Familien gekommen, sondern auch der sri lankische Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Basil Rajapaksa, der Minister für Handel und Gewerbe, Rishad Badhuideen, die Vertreterin der Bezirksregierung, P.S.M. Charles, sowie der Botschafter der EU, Bernard Savage, und Kames Bednar, Direktor der USAID Sri Lanka Mission.

Investition in die Zukunft

Nachdem das Band am Haus von T. Sukiran durchschnitten wurde, machten sich die Anwesenden ein Bild des neuen Lebensraums. Jedes Haus ist ca. 50 Quadratmeter groß und ist mit Ziegeln gedeckt. Es besteht aus einem Wohnzimmer, zwei Schlafzimmern, einer Küche und einem Bad. Alle Häuser können bei Bedarf durch ihre Besitzer erweitert werden. „Der ASB hat sich zusammen mit der EU als Finanzierungspartner verpflichtet, 2.500 Familien, die während des Bürgerkriegs vertrieben wurden, ein dauerhaftes Zuhause zu bauen. Wir hoffen, mit diesem Projekt Menschen zu helfen, die ihr Heim und auch Familienmitglieder verloren haben und viel Elend durchleiden mussten. Sie sollen die Chance bekommen, sich wieder ein Leben aufzubauen. Dies ist eine Investition in ihre Zukunft und die ihrer Kinder“ sagt Ralf Nico Thill, Länderdirektor des ASB in Sri Lanka.

In seiner Rede an die Familien stellt der Minister für wirtschaftliche Entwicklung Sri Lankas sodann fest: „Wir alle wissen, wie viel unser Volk in 30 Jahren interner Konflikte durchgemacht hat. Die Landstriche im Norden unseres Staates sind durch den Krieg fast vollständig zerstört worden. Aber es ist ermutigend, Entwicklungen wie diese heute zu sehen. Mit der Finanzierung von der EU sowie ASB und der Unterstützung des ASB konnten wir unseren Landsleuten ein neues Zuhause geben und nach vielen Jahren des Leids Erleichterung verschaffen.“

Nachhaltigkeit gewährleisten

Um die Nachhaltigkeit des Projekts zu gewährleisten, werden die künftigen Hausbesitzer in den Wiederaufbau einbezogen: Sie arbeiten direkt an den Häusern mit und bringen ihre Zeit und Arbeitskraft ein. Der ASB organisiert die Umsetzung des Projekts und unterstützt die zukünftigen Bewohner konkret durch die Vermittlung technischer Fähigkeiten und Beratung bei der Organisation des Gemeinwesens. Die Entscheidung, welche Familie ein eigenes Dach über dem Kopf erhält, wird in einem umfassenden Auswahlprozess getroffen. Dazu wurde ein „Gebäudewiederaufbaukomitee“ gegründet, dessen Repräsentanten sich monatlich mit den Projektmitarbeitern des ASB treffen. Auf Dorfebene wurden so genannte „Hausschlichtungskomitees“ gebildet, die von jeweils zwei technischen Beratern und einem Gemeinschaftsarbeiter unterstützt werden. Diese helfen den Dorfbewohnern dabei, Baumaterial zu beschaffen, den gesamten Bauprozess zu organisieren und helfen bei der Qualitätssicherung. Mit Hilfe des „Hausschlichtungskomitees“ konnten die Begünstigten auch ihre Sichtweisen in den Beratungsprozess des „Gebäudewiederaufbaukomitees“ einbringen. Besondere Beachtung finden dabei die speziellen Bedürfnisse von besonders verletzbaren Begünstigten, wie alleinerziehende Frauen oder Menschen mit Behinderung.

Die Projektpartner äußerten sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen. So stellte H.E. Bernard Savage, der Leiter der EU-Delegation für Sri Lanka und die Malediven fest: “Die EU ist glücklich, ein Teil dieses freudigen Tages und Zeuge der Übergabe von 109 Häusern in Menik Farm Village zu sein. Die EU hat 11,2 Millionen Euro für den Bau von 2.500 Häusern im Vavuniya Bezirk zur Verfügung gestellt. Heute sehen wir, dass der ASB und die Regierungsbehörden gut zusammengearbeitet und einen tollen Job gemacht haben.“ Auch die Vertreterin der Bezirksregierung von Vavuniya P.S.M. Charles äußerte sich positiv und hob dabei den partizipativen Ansatz des Projekts hervor.

Weitere Häuser geplant

Bis zum Jahr 2013 planen die EU und der ASB insgesamt den Bau von 2.500 Häusern. Damit wollen sie 10.000 Menschen, die derzeit in Übergangswohnräumen leben, ein permanentes Zuhause schaffen. Dafür hat die EU 11 Millionen Euro bereitgestellt, der ASB trug weitere 1.124.981 EUR bei. Durch die Trainingsmaßnahmen während der Aufbauzeit werden zudem 1.000 Maurer und Zimmermänner in modernen Bauweisen und -techniken weitergebildet. Damit soll die lokale Wirtschaft weiterhin unterstützt werden.


Projektregion: Sri Lanka, Bezirk Vavuniya
Zielgruppe:
Flüchtlingsfamilien
Projektvolumen:
11,13 Millionen Euro
Finanzierung: Europäische Union (EU) / Eigenmittel
Laufzeit: 2010 - 2013

Susanne Wagner 13-09-2011

Wenn Sie mehr wissen möchten

Kontakt für dieses Thema

Kathleen Glenz

       
Telefon (0221) 4 76 05-252