Wie Sie Unterkühlungen und Erfrierungen erkennen und behandeln

Temperaturen um den Gefrierpunkt, strahlend blauer Himmel, Schnee und Eis: Wer im Winter nicht die passende Kleidung trägt, dem kriecht die Kälte schnell unter die Haut und es kann zu Unterkühlungen und Erfrierungen kommen.

Nach einer Unterkühlung ist es wichtig, den Betroffenen in die Ruhelage zu bringen und mit einer Decke zuzudecken.
Foto: ASJ/B. Bechtloff

Besonders groß ist die Gefahr bei Wind und Nässe, dann reichen schon Temperaturen um sechs Grad plus, um den Körper auszukühlen. Wie Sie Kälteschäden erkennen und was Sie im Notfall tun können: Eine Unterkühlung tritt ein, wenn die Körpertemperatur unter 37 Grad absinkt, sie betrifft also den gesamten Körper. Erfrierungen sind örtlich begrenzte Kälteschädigungen des Gewebes, wobei Finger, Zehen, Nase und Ohren besonders gefährdet sind.

Wie erkennt man eine Unterkühlung?

Eine Unterkühlung äußert sich zunächst durch Kältezittern, womit sich der Körper gegen das Abkühlen wehrt. Fällt die Körpertemperatur weiter ab, wird der Betroffene teilnahmslos und schläfrig. Die Atmung wird langsamer, das Kältezittern hört auf und es tritt eine Muskelstarre ein. Im weiteren Verlauf kann es zur Bewusstlosigkeit, bei einem Absinken der Körpertemperatur unter 30 Grad sogar zu Atem- und Kreislaufstillstand kommen.

Wie erkennt man eine Erfrierung?

Erfrierungen treten häufig nach einer Unterkühlung auf: Hierbei wird die Durchblutung in den Extremitäten zugunsten einer besseren Versorgung der inneren Organe mit Blut reduziert. Als Folge wird die Haut der betroffenen Gebiete zunächst kalt, blass und taub. Das Gewebe fühlt sich weich an und ist schmerzempfindlich. Im weiteren

Verlauf wechselt die Hautfarbe von bläulich-rot zu gelblich-weiß, es können sich Blasen und Schwellungen bilden. Bei einer tiefen Erfrierung färbt sich die Haut weißgrau, beim Betasten sind Haut und tiefer liegendes Gewebe gefühllos und hart gefroren. Das Gewebe stirbt ab und färbt sich später schwarz.

Was tun bei Unterkühlung?

Prüfen Sie Bewusstsein und Atmung. Bei Bewusstlosigkeit und unnormaler Atmung veranlassen Sie den Notruf 112 und beginnen Sie mit der Herzdruckmassage.

Ist der Notfallpatient bei Bewusstsein, bringen Sie den Unterkühlten an einen windstillen Ort, am besten in einen Raum mit Zimmertemperatur. Legen Sie ihn jedoch nicht direkt neben Heizquellen. Entfernen Sie dann nasse Kleidung und decken Sie den Betroffenen mit einer Decke zu. Bringen Sie den Patienten dabei in völlige Ruhelage. Nicht massieren! Geben Sie dem Betroffenen warme, gezuckerte Getränke, wie beispielsweise Tee, jedoch keinen Alkohol.

Was tun bei Erfrierung?

Prüfen Sie Bewusstsein und Atmung. Bei Bewusstlosigkeit und unnormaler Atmung handeln Sie wie oben beschrieben. Ist der Notfallpatient bei Bewusstsein: Öffnen bzw. entfernen Sie vorsichtig eng anliegende Kleidungsstücke und Schuhe. Ersetzen Sie nasse Kleidung durch trockene. Erwärmen Sie erfrorene Gliedmaßen durch eigene Körperwärme, aber massieren Sie betroffene Körperteile nicht. Geben Sie dem Patienten warme, gezuckerte Getränke, jedoch keinen Alkohol. Öffnen Sie Blasen nicht. Bedecken Sie die verletzte Haut mit einem lockeren, keimfreien Verband, ohne dabei Druck auszuüben.

Was Sie unbedingt vermeiden sollten:

Keinesfalls sollten Sie den Notfallpatienten plötzlich aufwärmen, beispielsweise durch ein heißes Bad, denn dann besteht die Gefahr von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.

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