Einfühlsame Hilfe erlebt

Marianne Paula Wriedt, ca. 14 Tage nach dem Unfall und noch mit Bluterguss.
Foto: privat

Acht Tage nach meinem 80. Geburtstag, am 29. Mai 2013, stolpere ich vom Einkaufen auf dem Nachhauseweg über eine Gehwegplatte, verliere das Gleichgewicht und schlage bäuchlings auf dem Gehweg auf. Ein jüngerer Mann schaut mir ins Gesicht, spricht mich leise an und bietet mir seine Hilfe an. Ich bin bei vollem Bewusstsein, bitte ihn, mich auf die Seite zu drehen und etwas aufzurichten, um so zum Sitzen zu kommen. Behutsam folgt er meiner Anweisung und befreit mich dabei auch gleich von meinem Rucksack.

Mein Retter fragt mich, ob es für mich o.k. ist, den Rettungswagen zu rufen. Ich bin sofort einverstanden. Der junge Mann bleibt bei mir. Er stützt mir den Rücken mit seinem Körper. Auffallend leise, aber freundlich macht er seiner ungeduldigen Begleitung klar, dass er solange bei mir bliebe, wie er es für nötig hielte...

Bald darauf treten die beiden Sanitäter vom Rettungswagen hinzu. Sie bringen mich in die Notaufnahme des nahen Krankenhauses. Ich halte noch kurz Ausschau nach meinem einfühlsamen jungen Helfer, um ihm zu danken, aber der hat sich ganz bescheiden zurückgezogen...

Marianne Paula Wriedt, Hamburg