Hilfe zu leisten, ist eine Erfüllung

Unsere Lesergeschichte erzählt von Erster Hilfe für ein Kind.
Foto: ASB/P. Nierhoff

Im vergangenen Jahr hat sich für mich einmal mehr ganz deutlich gezeigt, dass Erste-Hilfe-Kenntnisse überall und von jedem gebraucht werden können.

Ein junger Mann stand bei den Einkaufswagen vor einem Supermarkt, seinen knapp drei Jahre alten Sohn, der offenbar das Bewusstsein verloren hatte, im Arm haltend. Mit jeder Sekunde sah er verzweifelter aus und bat schließlich die ratlos drein schauenden Umstehenden, den Notarzt zu rufen.

Ich hatte nicht gesehen, was passiert war, habe die Situation jedoch sofort als Notfall eingeschätzt und rief unmittelbar die 112 an. Ich meldete einen Kindernotfall – das Kind sei bewusstlos und atme nicht – und teilte unseren Standort mit. Der Mitarbeiter der Rettungsleitstelle stellte daraufhin Fragen, um zu erfahren, wie alt das Kind ist, wie der Atemstillstand eingetreten war und ob das Kind versuchte zu atmen. Außerdem gab er hilfreiche Anweisungen, wie wir erste Hilfemaßnahmen durchführen konnten.

Im Zuge dessen erfuhr ich, dass der kleine Junge rückwärts über die Leine des Familienhundes gefallen war, der bei den Einkaufswagen angebunden war. Das Kind muss dabei mit dem Hinterkopf auf dem Boden aufgekommen sein, fing dann an zu verkrampfen und konnte nicht mehr atmen.

Innerhalb weniger Minuten hörten wir bereits den Notarztwagen, wenig später den Rettungswagen – die Rettungsstelle war zum Glück keine zwei Kilometer entfernt. Als der Notarzt eintraf, hatte der Junge den Krampfanfall fast überstanden und kam ganz langsam wieder zu sich. Der kleine Patient wurde nun professionell versorgt und ins Krankenhaus gebracht.

Der Vater dankte mir trotz der Aufregung noch für meine Bereitschaft, den Notarzt zu rufen. Für mich war es ein erfüllendes Gefühl, dass ich helfen konnte. Die regelmäßige Teilnahme an Erste-Hilfe-Kursen hat mir dabei Sicherheit gegeben und ich konnte einfach ohne großes Nachdenken und ohne zu zögern Hilfe leisten.

Kati Schebesta, Taufkirchen bei München