ASB-Hilfsmissionen in Guatemala
Georgien

Aufbau eines mobilen Pflegedienstes in Tiflis

Die Lage vieler Senioren in Georgien ist prekär. Sie erhalten lediglich eine monatliche Einheitsrente von 100 Lari, etwa 45 Euro. Dieser Betrag reicht kaum aus, um ihr tägliches Überleben zu sichern. Zudem sind viele ältere Menschen auf sich allein gestellt, da ihre Kinder oftmals in anderen Städten wohnen. Insgesamt sind etwa 60 Prozent aller Rentner in Georgien sozialhilfebedürftig.

ASB-Auslandshilfe

Die Leistungen des Pflegedienstes umfassen u.a. die medizinische Basisversorgung, die sich ältere Menschen in Georgien ansonsten kaum leisten könnten

Foto: Georgischer Samariterbund (SSK)

Soziale Unterstützung durch Städte und die Regierung fehlt, was die Lebensumstände der Senioren zusätzlich verschärft. Da das georgische Gesundheitswesen fortschreitend privatisiert wird, sind medizinische Leistungen sehr kostenintensiv und können daher vor allem von vielen älteren Menschen nicht in Anspruch genommen werden.

ASB-Hilfe

Daher hat der ASB das Pilotprojekt “Mobiler Pflegedienst für ältere, alleinstehende Menschen” ins Leben gerufen. Im Rahmen der Hilfsmaßnahmen werden 30 Senioren in Tiflis durch einen häuslichen Pflegedienst unterstützt. Die Leistungen umfassen medizinische Basisversorgung, Haushaltshilfe und psychosoziale Beratung. Finanziert wird das Projekt durch den ASB Bonn/Rhein-Sieg/Eifel und den ASB-Bundesverband.

Die Stadtverwaltung Tiflis plant das Pilotprojekt 2012 fortzusetzen und den Dienst auszubauen. Langfristig soll es über das städtische Sozialbudget finanziert werden. In einem ersten Erweiterungsschritt werden weitere 120 ältere Menschen in Tiflis von den Leistungen des Georgischen Samariterbunds profitieren. Der ASB wird das Projekt auch nach Auslaufen der eigenen Finanzierung beratend durch sein georgisches Länderbüro begleiten.

Der ASB in Georgien

2010 hat der ASB seine Aktivitäten in Georgien wieder aufgenommen. Zuvor war er zwischen 1992 und 1997 im Land tätig. Ziel der Arbeit des ASB-Länderbüros und des Georgischen Samariterbunds (SSK) ist es, soziale Probleme zu lösen und gleichzeitig neue, am Gemeinwohl orientierte Arbeitsplätze, hauptsächlich für Binnenflüchtlinge, zu schaffen.

Außerdem sollen die Aktivitäten des SSK mit dem zukünftigen Projektportfolio des ASB-Länderbüros verknüpft werden. Zusätzlich sind, gemäß dem Leitbild der ASB-Auslandshilfe, Projekte in den Bereichen „Rückkehr und Wiedereingliederung“ sowie „Katastrophenprävention“ geplant.