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Georgien

Katastrophenprävention an Kindergärten

Der ASB führt in Georgien ein Projekt zur Katastrophenprävention an Kindergärten durch. Zum Auftakt reisten Experten des ASB Indonesien nach Tiflis, um ihre Erfahrungen mit den georgischen Kollegen zu teilen.

ASB-Auslandshilfe

Die lustigen Maskottchen werden in einem Puppenspiel eingesetzt, um den Jüngsten auf kindgerechte Weise die Gefahren bei Naturkatastrophen zu erklären.

Foto: ASB Georgien

Der Süden und Nordwesten Georgiens gilt als stark erdbebengefährdet. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu schweren Erschütterungen in der Kaukasus-Region. Auch die Hauptstadt Tiflis gehört zu den gefährdeten Gebieten. Hinzu kommt, dass sie durch Erdrutsche und Überschwemmungen bedroht ist.

Internationale ASB-Kooperation

Zum Auftakt eines breit angelegten Programms zur Katastrophenprävention in Georgien reisen Mitarbeiter des ASB Indonesien vom 16. April bis 1. Mai 2012 nach Tiflis, um ihre Erfahrungen mit den georgischen Kollegen zu teilen.

Im Projektzeitraum sollen in der georgischen Hauptstadt rund 800 Kindergärtner sowie 5.500 Kinder in 20 Einrichtungen für das richtige Verhalten im Katastrophenfall geschult werden. Neu ist der Fokus Evakuierungsübungen und Trainingseinheiten speziell für Kindergartenpersonal und -kinder, die bislang von den lokalen Behörden nicht in den offiziellen Katastrophenplänen berücksichtigt wurden. Der ASB Indonesien gehört auf dem Gebiet der Katastrophenvorsorge zu den führenden Hilfsorganisationen des Landes und verfügt insbesondere über Expertise auf dem Sektor der schulischen Katastrophenprävention. Regelmäßig werden Lehrer und Schüler im richtigen Verhalten bei Naturkatastrophen trainiert, unter besonderer Berücksichtigung von Schülern mit Behinderung.

Training von Kindergartenkindern und Aufsichtspersonen

Ein ähnlicher Ansatz wird auch in Georgien verfolgt. Dort wurden bisher weder das Kindergartenpersonal noch die Kinder auf den Katastrophenfall vorbereitet.

"Der Besuch unserer Kolleginnen aus Indonesien ist ein überaus wichtiger Beitrag zur Entwicklung unseres Katastrophenpräventionsansatzes hier in Georgien. Was bereits mit viel Mühe und Fachwissen vom ASB in Indonesien entwickelt wurde wird nun an die Gegebenheiten hier im Land angepasst. Dieser Wissenstransfer trägt entscheidend dazu bei, die dort entwickelten Stärken in Georgien zum Tragen zu bringen und Fehler zu vermeiden", erläutert Bernd Ilg vom ASB-Länderbüro in Georgien.

Im Rahmen des Projekts sollen sie für mögliche Gefahrenquellen im Umfeld des Kindergartens sensibilisiert werden. Der ASB trainiert die Aufsichtspersonen und Kindergartenkinder zugleich darin, wie man sich im Katastrophenfall und nach einer Katastrophe verhält. Dabei werden die Bedürfnisse behinderter Kinder besonders berücksichtigt, denn sie sind im Katastrophenfall besonders gefährdet. Zusätzlich werden Evakuierungsübungen in den Kindergärten durchgeführt sowie Maßnahmen zum behindertengerechten Umbau an vier der 20 Einrichtungen. Für das Kindergartenpersonal finden Erste-Hilfe-Lehrgänge statt.

Das Projekt wird gemeinsam mit der ADH-Partnerorganisation World Vision umgesetzt. Der ASB und World Vision verfügen über langjährige Erfahrung im Bereich der Katastrophenprävention an Bildungseinrichtungen.

Projekttitel: Katastrophenpräventionsmaßnahmen an 20 Kindergärten
Projektregion: Georgien, Tiflis
Zielgruppe: 800 Kindergärtnerinnen, 5.500 Kindergartenkinder
Projektvolumen: 55.842,32 €
Finanzierung: Aktion Deutschland Hilft (ADH), Eigenmittel
Kooperationspartner: World Vision Georgien
Laufzeit: 01.12.2011- 31.01.2013