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Georgien

Katastrophenvorsorge für Binnenflüchtlinge

Der ASB führt in Westgeorgien ein breit angelegtes Katastrophenschutzprogramm durch. Im Vordergrund steht das Training von Binnenflüchtlingen in Sammelunterkünften. Diese Menschen wurden bislang kaum in den offiziellen Katastrophenschutzplänen berücksichtigt. Finanziert wird das Projekt durch das Auswärtige Amt und aus ASB-Eigenmitteln.

ASB-Auslandshilfe

Binnenflüchtlinge trainierten im Rahmen einer großen Katastrophenschutzübung das richtige Verhalten nach Erdbeben.

Foto: ASB Georgien

Etwa 80 Prozent des Staatsgebietes von Georgien gelten als stark erdbebengefährdet. Weite Teile des Landes sind zudem der Gefahr von Erdrutschen ausgesetzt. In den vergangenen 15 Jahren waren mehr als 700.000 Georgier Opfer von Naturkatastrophen.

In der westgeorgischen Grenzregion führt der ASB deshalb mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes ein groß angelegtes Katastrophenpräventionsprogramm durch. Besonderes Augenmerk legt der ASB auf die Gruppe der Binnenflüchtlinge, die in Sammelunterkünften leben. Sie wurden bislang nicht in staatliche Maßnahmen der Katastrophenvorsorge einbezogen.

ASB-Hilfe

In 50 Sammelunterkünften für Binnenflüchtlinge bildet der ASB Katastrophenvorsorge-Komitees. Über den gesamten Projektzeitraum erlernen etwa 750 Menschen, wie man sich und andere bei Erdbeben, Feuer oder Überflutungen schützen kann.

„In Georgien, einem Land, das regelmäßig durch Erdbeben bedroht ist, können Katastrophenschutz-Maßnahmen Menschenleben retten“, erklärte Matthias Wohlfeil, der neue Länderdirektor des ASB Georgien, das Konzept.

Gemeinsam mit der einheimischen Partnerorganisation CONSENT bildet der ASB parallel dazu Katastrophenpräventionstrainer aus, die dann unter Aufsicht von ASB-Mitarbeitern Katastrophenschutzübungen durchführen. Bei den Schulungen lernen die Binnenflüchtlinge und ihre Nachbarn, wie sie sich auf Naturkatastrophen vorbereiten können, wie man sich während einer Katastrophe verhält und was unmittelbar nach einem Unglück zu beachten ist. Dabei gehen die Trainer insbesondere auf die Bedürfnisse von Kindern, Senioren und Menschen mit Behinderung ein.

In Zusammenarbeit mit dem Samariterbund Georgiens (SSK) bietet der ASB zusätzlich Erste-Hilfe-Lehrgänge für die Bewohner der Sammelunterkünfte und deren Nachbarn an. Etwa 750 Menschen werden so geschult. Ferner erhalten sie vom ASB Erste-Hilfe-Kästen, Feuerlöscher und Material zur Markierung, um sichere Notfallsammelstellen gut sichtbar auszuschildern.

In jeder, der 50 Siedlungen, werden zusätzlich Notfallpläne erarbeitet und akustische, wartungsarme Frühwarnsysteme installiert.

Große Katastrophenschutzübung

Natürlich geht es nicht ohne praktische Übungen. Anlässlich des Internationalen Katastrophenvorsorgetags am 18. Oktober 2013 organisierte der ASB eine große Evakuierungsübung. Die georgischen Katastrophenschutzbehörden und die Feuerwehr unterstützte die Großübung. Anwesend waren auch Vertreter des Ministeriums für Vertriebene, der EU-Beobachtungsmission, des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR) und der internationalen Nichtregierungsorganisationen Danish Refugee Council (DRC) und Accion contre le faime (ACF).

ASB-Länderdirektor Matthias Wohlfeil zeigte sich begeistert von dem Engagement aller Beteiligten: „Ich freue mich über die hervorragende Zusammenarbeit mit den staatlichen Katastrophenschutzbehörden und der Feuerwehr. Alle waren mit viel Energie dabei“.

Um eine nachhaltige Verbesserung der Situation zu ermöglichen, wird der ASB im November 2013 außerdem ein Handbuch für „Katastrophenvorsorge in Sammelunterkünften“ Davit Darakhvelidze, den Minister für Vertriebene überreichen.

Im Rahmen des ASB-Projekts werden insgesamt rund 4.500 Binnenflüchtlinge, die in der Region von Samegrelo-Zemo-Svaneti leben, sowie die ansässige Bevölkerung in Katastrophenvorsorge geschult. Finanziert wird das Projekt durch das Auswärtige Amt und aus ASB-Eigenmitteln.

Der ASB in Georgien

Der ASB ist seit 2010 in Georgien aktiv und beschäftigt momentan einen internationalen sowie 25 lokalen Mitarbeiter. Projektschwerpunkte sind der Aufbau von sozialen Diensten, Humanitäre Hilfe und inklusive Katastrophenprävention.

Der ASB unterhält Projektbüros in der Hauptstadt Tiflis sowie in Akhalzikhe, Batumi und Zugdidi. Zu den Projektregionen in Georgien zählen Samegrelo-Zemo-Svaneti, Kakheti, Saamstkhe-Javakheti, Adjara sowie Kvemo-Kartli.

Die Projekte werden mit georgischen Partnerorganisationen wie der IDP Women Association CONSENT oder dem Samariterbund Georgiens (SSK) sowie mit internationalen Partnern wie Save-the-Children oder World Vision umgesetzt. Von staatlicher Seite sind ca. 20 Munizipalitäten sowie hauptsächlich die Ministerien für Inneres, Bildung, Gesundheit und Binnenflüchtlinge einbezogen.

Finanziert werden die ASB-Projekte in Georgien unter anderem durch das Auswärtige Amt, das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) und EuropeAid.

AA-LogoProjekttitel: Binnenflüchtlinge in Zugdidi/Westgeorgien: Integrative Katastrophenpräventionstrainings für Bewohner-/innen von Sammelunterkünften und deren Anrainergemeinden in Georgien

Projektregion: Westgeorgien, Region Samegrelo/Zemo Svaneti
Zielgruppe: Zielgruppe sind die Bewohner der Sammelunterkünfte für intern Vertriebene sowie Bewohner umliegender Gemeinden mit Fokus auf die Belange von alten oder Menschen mit Behinderungen
Projektvolumen: 159.244 Euro
Finanzierung: Auswärtiges Amt, ASB-Eigenmittel
Laufzeit: 15.09. 2012 – 31.12.2013