ASB-Hilfsmissionen in Guatemala
Niger

Mit Getreidebanken dem Hunger vorbeugen

In den Regionen Dakoro und Tanout unterstützt der ASB mit finanzieller Unterstützung durch das UN- Welternährungsprogramm und das Entwicklunsgministerium (BMZ) 39 Gebtreidebanken. Zusätzlich richtete der ASB für die Hirten von Dakoro und Tanout 19 Futtermittelbanken ein.

ASB-Auslandshilfe

Dorfbewohner in der Region Dakoro freuen sich über die Fertigstellung eines Vorratsspeichers für ihre Getreidebank.

Foto: ASB

Meist reicht die Ernte der Familien im Niger selbst bei normalen Erträgen nicht für ein ganzes Jahr, sondern nur knapp für neun Monate – von Juni bis September herrscht die Zeit des Mangels. Das ist besonders fatal, da in dieser Phase die Hauptarbeit auf den Feldern ansteht. Fehlt den Familien in diesen Monaten die Kraft zur Arbeit, fällt die kommende Ernte noch schlechter aus. Um die Phase bis zur nächsten Ernte zu überbrücken und den Menschen in dieser Zeit das Überleben zu sichern, hilft der ASB in Niger mit dem Bau von Getreidebanken.

In diesem Jahr hat die Zeit des Mangels bereits im Januar begonnen. Daher ist der ASB auf zusätzliche Mittel für Hilfsmaßnahmen angewiesen.

ASB-Hilfe

In den Regionen Dakoro und Tanout unterstützt der ASB mit finanzieller Unterstützung durch das UN- Welternährungsprogramm und das Entwicklunsgministerium (BMZ) 39 Gebtreidebanken. Zusätzlich richtete der ASB für die Hirten von Dakoro und Tanout 19 Futtermittelbanken ein. Ihr Vieh ist der einzige Besitz der Hirtenfamilien. Es trägt zur Bereicherung des Speiseplans bei und stellt eine zusätzliche Einnahmequelle dar. Durch die Futtermittelbanken sind die Hirten auch in Dürrezeiten, wenn Weideland knapp ist, von den hohen Marktpreisen unabhängig. Als Startkapital lieferte der ASB mit Unterstützung derErnährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen 260 Tonnen Weizenkleie.

Um eine neue Getreide- oder Futtermittelbank zu gründen, wählt die Dorfgemeinschaft ein siebenköpfiges Komitee, dem ausschließlich Frauen angehören. Sie erhalten eine Ausbildung im Bereich kleinbäuerlicher Organisation und Verwaltung. Die Getreidebanken befähigen die Frauen somit nicht nur zu einer eigenständigen Arbeit, sondern stärken auch ihre Stellung und ihre Rechte in der Dorfgemeinschaft. Wer Mitglied einer Getreidebank werden möchte, zahlt zunächst einen Beitrag in Form von Geld oder Getreide ein. Sobald die Marktpreise steigen, verkauft das Komitee die Getreidevorräte aus dem Lager zu verbilligten Preisen an ihre Mitglieder.

Jeder neuen Getreidebank wird aus Projektmitteln ein Grundstock an Getreide gestellt. ASB-Mitarbeiter überwachen die Arbeit der Dorfkomitees durch regelmäßige Projektbesuche und stehen beratend zur Seite.

Die Getreide- und Futtermittelbanken sind weit mehr als Speicherplätze für Notvorräte. Vielmehr sind sie ein wichtiges Instrument, um die Selbsthilfekräfte der von Hunger bedrohten Bevölkerung zu stärken. Zudem tragen die Getreidebanken zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Preise bei und verbessern damit effektiv die Nahrungsmittelsituation.

Die Möglichkeit, vor Ort Getreide zu kaufen und zu verkaufen, erspart den Bauernfamilien weite Fahrten zum Markt, die sie stattdessen auf dem Feld verbringen können. Die Männer können nun, statt Arbeit in weit entfernten Städten zu suchen, um den Lebensunterhalt ihrer Familien zu sichern, in ihren Dörfern bleiben. Wo die Hilfe zur Selbsthilfe gelingt, stärkt dies den sozialen Zusammenhalt und das Vertrauen der Menschen in die eigenen Kräfte.

Projekttitel: Einrichtung und Unterstützung von Getreide- und Futtermittelbanken
Projektregion: Tanout, Dakoro
Projektvolumen: Getreidebanken: 467.850 Euro, Futtermittelbanken: 76.900 Euro
Finanzierung: Eigenmittel, BMZ Welternährungsprogramm (WFP); Futtermittelbanken: Eigenmittel, Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)
Laufzeit: 2007 - 2013