ASB-Hilfsmissionen in Guatemala
Georgien

Soziale Dienstleistungen als Integrationsmotor

Durch mehrere gewaltsame Konflikte in den vergangenen Jahren wurden große Teile der Bevölkerung Georgiens zur Flucht gezwungen.

ASB-Auslandshilfe

Mit Informationsveranstaltungen in den Sammelunterkünften für Binnenflüchtlinge beginnt das Projekt des ASB in Westgeorgien.

Foto: ASB Georgien

In den frühen 1990er Jahren gab es militärische Konflikte um die beiden georgischen Provinzen Südossetien sowie Abchasien, welche einseitig ihre Unabhängigkeit von der georgischen Zentralregierung in Tbilisi erklärt hatten. Im August 2008 gab es den jüngsten kriegerischen Konflikt zwischen südossetischem Militär und russischen Truppen auf der einen und Georgien auf der anderen Seite.

Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR zufolge, leben rund 247.000 Menschen in Georgien – das heißt, etwa 5 % der Gesamtbevölkerung – noch immer als intern Vertriebene, so genannte Binnenflüchtlinge. Tausende Vertriebene leben in der Region Samegrelo in Westgeorgien, an der Grenze zu Abchasien. Das setzt das ohnehin Not leidende Gesundheits- und Sozialsystem Samegrelos weiter unter Druck.

Um die soziale Not sowie die Konflikte mit der einheimischen Bevölkerung zu lindern, setzt der ASB sich dafür ein, neue Beschäftigungs- und somit Einkunftsmöglichkeiten für die Binnenflüchtlinge zu schaffen, die gleichzeitig den Einheimischen zugute kommen.

ASB-Hilfe:

Der ASB hat sich zum Ziel gesetzt, Binnenflüchtlinge und lokale Selbsthilfegruppen an das Konzept der so genannten "Social Enterprises" heranzuführen. Das heißt, die Betroffenen werden darin ausgebildet, als Unternehmer soziale Dienstleistungen anzubieten, zum Beispiel mobile Altenpflege oder psychosoziale Betreuung von Menschen mit einem kriegsbedingten Trauma. In mehreren Schulungszyklen sollen die Betroffenen lernen, solche Unternehmen im sozialen Bereich zu gründen, um dann die sozialen Dienstleistungen für besonders benachteiligte und sozial schwache Gemeindemitglieder zu erbringen.

Zudem werden Entscheidungsträger der Stadtverwaltung Zugdidi, der Regionalverwaltung Samegrelo, lokale Vertreter staatlicher Stellen (zum Beispiel des Ministeriums für Gesundheit) sowie Repräsentanten lokaler Nichtregierungsorganisationen, die in unterschiedlichen Bereichen der sozialen Dienste tätig sind, in das Projekt einbezogen, um seine Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Das Projekt, das der ASB gemeinsam mit seiner georgischen Partnerorganisation CONSENT durchführt, soll so dazu beitragen, vom Konflikt betroffenen Menschen in der Region eine Alternative zur Rückkehr in ihre ursprüngliche Heimat aufzuzeigen.

Da das Projekt zum einen Arbeitsplätze schafft und zum anderen dazu beiträgt, soziale Probleme in der Region aktiv zu bearbeiten, trägt es auch dazu bei, Spannungen zwischen den Binnenflüchtlingen und den Einheimischen abzubauen. Für die aus der abchasischen Region Gali nach Samegrelo pendelnden Menschen werden durch die Social Enterprises zusätzliche soziale Dienstleistungen angeboten. So entlastet das Projekt das unter Druck stehende Gesundheits- und Sozialsystem Samegrelos.

Der ASB in Georgien:

Der ASB ist seit 2010 in Georgien mit zwei internationalen und 16 lokalen Mitarbeitern tätig. Schwerpunkt der Projektarbeit ist die Unterstützung des wieder gegründeten georgischen Samariterbunds SSK durch Einbindung in die Internationale Samariterkooperation. Neben dem Aufbau eines mobilen Pflegedienstes und einer Einrichtung für langzeithospitalisierte Kinder, setzt der ASB in Georgien auch Maßnahmen zur Katastrophenprävention um.

Projekttitel: Social Enterprises: Friedenskonsolidierung durch aktive Teilnahme von IDPs sowie deren host communities am Wirtschaftsgeschehen in der Grenzregion zu Abchasien, Westgeorgien.
Projektregion: Georgien/ Samegrelo/ Zugdidi
Zielgruppe: Intern Vertriebene in der Projektregion, Bevölkerung der Projektregion, Mitarbeiter der staatlichen, regionalen und lokalen Verwaltungsorgane
Projektvolumen: 73.392,60 €
Finanzierung: Institut für Auslandsbeziehungen e.V. (Auswärtiges Amt), Eigenmittel
Laufzeit: 01.03.2012 – 31.12.2012