ASB-Hilfsmissionen in Guatemala
Hilfe nach dem Krieg

Verbesserung der Gesundheitsversorgung für alte Menschen im Gazastreifen

Nach dem Krieg im Gazastreifen 2014 brauchen noch immer zahlreiche Menschen in der Region Hilfe. Vor allem ältere Menschen sind oft stark von den Folgen der Zerstörung betroffen. Viele von ihnen leiden unter großen gesundheitlichen Problemen, haben jedoch kaum Zugang zu medizinischer Versorgung.

HelpAge und ASB arbeiten in Gaza zusammen, um Senioren zu helfen

Um die medizinische Versorgung alter Menschen im Gazastreifen zu verbessern, organisierten ASB und HelpAge Trainingskurse für Pflege- und Gesundheitsdienstleister, die diese für die besonderen Bedürfnisse einsamer, kranker und sozial benachteiligter Senioren sensibilisieren.

Foto: HelpAge

Gemeinsam mit seinem Partner HelpAge setzt der ASB sich daher für eine Verbesserung der Versorgung von Senioren im Gazastreifen ein.

Schon vor dem Krieg war die Gesundheitsversorgung in der krisengeschüttelten Region sehr schlecht, etwa 18.000 ältere Menschen hatten keinen Zugang zu Ärzten oder Gesundheitszentren. Seit dem Krieg hat sich die Situation noch verschärft. Heute lebt jeder fünfte ältere Mensch im Gazastreifen in Armut. Hinzu kommen rund 8.000 Senioren, die ihre Familie verloren haben und sich allein versorgen müssen. Rund 90 Prozent von ihnen sind Frauen.

Durch den Krieg wurden auch viele Gesundheitseinrichtungen zerstört – die Einrichtungen, die noch oder wieder geöffnet sind, sind stark überlastet und unterfinanziert. Dies macht es den alten, oft isoliert und in Armut lebenden Menschen umso schwerer, Zugang zu medizinischer Versorgung zu bekommen.

HelpAge, wie der ASB Mitglied im Bündnis Aktion Deutschland Hilft, hat bereits vor dem aktuellen Konflikt im Gazastreifen gearbeitet und betreibt ein Länderbüro in Gaza-Stadt, durch das die Projekte betreut werden. Daher war es HelpAge möglich, bereits während des Kriegs ein umfangreiches Nothilfeprogram zu starten. Unter anderem stellten die Helfer Nahrungsmittel bereit, leisteten psychosoziale Hilfe, organisierten medizinische Versorgung und finanzierten Hilfsmittel wie Rollstühle und Rollatoren. 

Um die medizinische Versorgung alter Menschen im Gazastreifen zu verbessern, organisierten ASB und HelpAge Trainingskurse für Pflege- und Gesundheitsdienstleister, die diese für die besonderen Bedürfnisse einsamer, kranker und sozial benachteiligter Senioren sensibilisieren. Auch Familienangehörige und Nachbarn sollen mehr über typische Krankheitsbilder, Vorsorgemaßnahmen sowie die verschiedenen Möglichkeiten der Hilfe informiert werden. Ziel ist es, allen Beteiligten darüber hinaus ein Verständnis dafür zu vermitteln, dass alte Menschen ein Recht auf medizinische Versorgung haben und der Ausschluss von Senioren von Hilfsleistungen Diskriminierung ist.

Der ASB unterstützt HelpAge daher bei der Dokumentation und Veröffentlichung von Lebensgeschichten von 40 Senioren aus dem Gazastreifen. Zusätzlich zu den Informationsbroschüren werden Radio- und Fernsehspots produziert und ausgestrahlt, die eine breitere Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren und motivieren sollen, gezielt auf Senioren mit besonderem Hilfebedarf zuzugehen.

Bei Fachveranstaltungen für Mitarbeiter von humanitären Organisationen sollen diese in der Umsetzung von Maßnahmen für Senioren und den Zielen der UN-Arbeitsgruppe zur Stärkung der Rechte älterer Menschen geschult werden.

Hintergrund:

Im Juli 2014 hatte sich der Konflikt zwischen der Hamas und Israel zugespitzt und eine militärische Auseinandersetzung verursacht. Auf Raketenbeschuss durch die Hamas reagierte Israel mit der „Operation Protective Edge". Dies hat im Gazastreifen enorme Zerstörung, Verwüstung und Vertreibung verursacht. Am 26. August 2014 einigten sich die Konfliktparteien auf einen Waffenstillstand, der bis heute anhält. Schon direkt nach der Vereinbarung des Waffenstillstandes waren HelpAge und ASB gemeinsam im Einsatz für die Menschen im Gazastreifen.

Etwa 18.000 Häuser wurden während des Krieges zerstört, 108.000 Menschen sind ohne Obdach. Im September 2014 waren laut eines UNOCHA-Berichts noch immer 100.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht. Infolge des Krieges und trotz enormer Anstrengungen humanitärer Organisationen, sind viele Menschen im Gazastreifen nicht in der Lage, ihr altes Leben wieder aufzunehmen oder sich neue Perspektiven aufzubauen.