ASB-Hilfsmissionen in Guatemala
Flüchtlingshilfe

Hilfe für Flüchtlingsfamilien im Libanon

Im Libanon unterstützt der ASB Flüchtlingsfamilien und sozial schwache libanesische Gemeinden mit monatlichen Geldauszahlungen.

Ein kleines syrisches Mädchen schaut misstrauisch in die Kamera.

Syrische Flüchtlinge im Libanon sind auf Hilfe von außen angewiesen. Der ASB unterstützt die Familien auf dem Weg in ein neues Leben.

Foto: Douglas A. Young

Im Süden des Landes, insbesondere in den Distrikten Nabatieh, Jezzine und Saida bekommen 400 syrische Familien monatlich einen bestimmten Betrag ausgezahlt, der auf eine persönliche Karte geladen wird.

So können die Familien selbst entscheiden, was sie am dringendsten benötigen und die Waren – zum Beispiel Lebensmittel, Hygieneartikel, Decken, Kleidung, Schul- und Heizmaterial – direkt vor Ort einkaufen. Familien, die eine Wohnung gefunden haben, können einen Teil des Geldes auch nutzen, um ihre Miete zu bezahlen. Das stärkt nicht nur die Selbstständigkeit der Flüchtlinge, sondern auch den lokalen Markt.

Das Projekt entspricht neuesten humanitären Standards, in einer Region mit einem funktionierenden Markt Hilfsgelder direkt an die Betroffenen auszuzahlen. Neben den bereits genannten starken Argumenten gibt es weitere Gründe, die für dieses Vorgehen sprechen:

  • Wenn die Bedürftigen die benötigten Waren selbst einkaufen können, sind diese passgenau auf ihre Bedürfnisse abgestimmt. So können beispielsweise Allergien, Krankheiten oder körperliche Beeinträchtigungen bei der Auswahl der Waren berücksichtigt werden. 
  • Kosteneffizienz durch geringen logistischen und administrativen Aufwand
  • Durch den Einkauf beim Händler um die Ecke entstehen soziale Kontakte
  • Bewahrung der Würde: selbstbestimmtes Einkaufen vermittelt ein Gefühl von „Normalität"

Einsatz auch für libanesische Gemeinden

In einer zweiten Projektkomponente stehen Entlastung und Verbesserung der öffentlichen Einrichtungen in den Gastgeber-Gemeinden im Mittelpunkt. So unterstützt der ASB zum Beispiel die Reparatur von Schulen und Krankenhäusern und finanziert die Instandsetzung der Trinkwasserversorgung. So werden nicht nur die Flüchtlinge unterstützt, sondern auch libanesische Familien, die ebenfalls unter den sich verschlechternden Lebensbedingungen und immer stärker gekürzten Sozialleistungen leiden.

Gleichzeitig hilft diese Art der Arbeit dabei, möglichen Konflikten zwischen den Gastgemeinden und den Flüchtlingen vorzubeugen oder bestehende Spannungen abzubauen. Da aktuell nicht abzusehen ist, wie lange die Notlage noch andauern wird, fördern solche gemeinsamen Projekte zudem den sozialen Zusammenhalt und die Selbsthilfekapazitäten der Bevölkerung.

Hintergrund:

Der Libanon hat mehr als 1,3 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Die Dunkelziffer wird dabei noch deutlich höher geschätzt, da sich längst nicht alle Familien offiziell registriert haben. Zeitweise war mehr als jeder dritte Mensch im Libanon ein Flüchtling. Der Libanon ist damit weltweit  das Land, das pro Einwohner gerechnet die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat.

Da es im Libanon keine offiziellen Flüchtlingslager gibt, leben syrische Familien im ganzen Land verteilt in meist mangelhaften Unterkünften wie Garagen, Werkstätten, Zelten, unfertigen Häusern oder behelfsmäßigen, selbstgebauten Unterkünften. Diese schützen nicht vor Kälte, Regen und Schnee, was im Winter umso schlimmer ist, da die Menschen über kein Isolationsmaterial und Heizmöglichkeiten verfügen. Neben den Unterkünften mangelt es den Flüchtlingen an Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Kleidung, sanitären Anlagen und vielem mehr.

Sowohl die – meist syrischen – Flüchtlinge als auch die libanesische Bevölkerung sind durch diese Situation hohen Belastungen ausgesetzt. Viele Familien kämpfen täglich ums Überleben, die Arbeitslosigkeit ist hoch, Löhne sind niedrig, bezahlbare Wohnungen kaum noch zu finden.