ASB leistet Nothilfe für Geflüchtete

Hilfe in Anrainerstaaten mit internationalen Samaritern

Immer mehr Menschen aus der Ukraine suchen in den Nachbarländern Zuflucht. Laut dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) haben seit dem 24. Februar mehr als 3,67 Millionen Menschen die Ukraine verlassen. Die meisten von ihnen kommen derzeit in Polen (ca. 4,1 Millionen / Stand 04.04.) an, zudem in den benachbarten Staaten Rumänien (623 Tausend), Ungarn (374 Tausend), der Republik Moldau (390 Tausend) und der Slowakei (292 T). Viele reisen von dort aus in andere europäische Staaten weiter. Ein internationales Netzwerk von Samariterorganisationen (SAM.I) ist in Anrainerstaaten aktiv und betreut ankommende Flüchtlinge an den Grenzübergängen oder in provisorisch errichteten Flüchtlingslagern an der ukrainischen Grenze.

FAST-Einsatz in der Slowakei

Der ASB entsendete am 21. März das erste FAST-Team in eine Übergangsunterkunft in der Nähe der ostslowakischen Stadt Humenné nahe der Grenze zur Ukraine. Das FAST (First Assistance Samaritan Team) unterstützt die Einsatzkräfte des slowakischen Samariterbunds ASSR bei der medizinischen Versorgung, Betreuung sowie bei der Registrierung der Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet. In Humenné kommen vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen im Durchgangszentrum an und ruhen sich dort aus, bevor sie weiterreisen. Das siebenköpfige FAST-Team mit Helfer*innen aus ganz Deutschland wird zunächst bis zum 3. April vor Ort sein. Das Team wurde von den slowakischen Behörden angefragt. Mehr zum Einsatz sehen Sie im Video von Florian Hauke, Referent FAST der ASB-Auslandshilfe, das er vor seiner Abreise gegeben hat. Die beiden Erlanger FAST-Mitglieder Carina Knobloch und Hannah Egger berichten in ihrem Helfer-Tagebuch über ihren Einsatz in der Flüchtlingsunterkunft.

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Der Ukraine-Blog des ASB

Ukrainerinnen und Ukrainer erzählen ihre Geschichte.

Slowakei

Die slowakischen Samariter*innen haben in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ein provisorisches Lager in der Näher der slowakisch-ukrainischen Grenze eingerichtet, um geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer auf ihrer Durchreise zu betreuen und zu versorgen. Der ASB unterstützt die Arbeit vor Ort unter anderem mit Zelten, Decken, Zeltheizungen und  Stromaggregaten. Ein ASB-LKW brachte Materialien aus den ASB-Gliederungen Halle/Bitterfeld, Schweinfurt, München, Nürnberg und Erlangen in die Slowakei. Aus einzelnen anderen ASB-Gliederungen wurden ebenfalls Hilfsgüter auf den Weg gebracht, die konkret von bestehenden Kontakten vor Ort angefordert wurden. Am ersten März-Wochenende schulte Dr. Daniel Peter, Medical Advisor des FAST und Spezialist für Infektionskrankheiten, im slowakischen Flüchtlingslager bei Humenné Einsatzkräfte des slowakischen Samariterbundes sowie die Einsatzkräfte der Feuerwehr. „Ziel unseres Einsatzes war es, die Helferinnen und Helfer für Infektionskrankheiten zu sensibilisieren und in Trainings zu vermitteln, wie eine Übertragung verhindert werden kann. Die Geflüchteten, die durch Kälte, lange Reisen, Stress oder Vorerkrankungen geschwächt sind, soll zusätzliches Leid erspart werden. Gleichzeitig soll eine Erkrankung der Einsatzkräfte vermieden werden, um keinen zusätzlichen Druck für die Versorgung der Flüchtlinge aufzubauen“, so Dr. Daniel Peter. Zukünftig werden die slowakischen Einsatzkräfte in den Bereichen Infektionseindämmung und SPHERE durch den ASB Deutschland online weitergebildet. Bei der medizinischen Betreuung im Transit-Camp in Humenné werden die slowakischen Samariter tatkräfig von freiwilligen Helfern des tschechischen Samariterbunds ASCR unterstützt. 

Ungarn

Die ungarischen Samariter*innen verteilen, auch mit finanzieller Unterstützung des ASB, Nahrungsmittel und Hilfsgüter an Geflüchtete in Beregszasz/Berehove. Hilfsgütertransporte an die Grenze finden, gemeinsam mit anderen ungarischen Hilfsorganisationen, etwa drei- bis viermal pro Woche statt. Freiwillige bieten weiterhin Fahrdienste für Geflüchtete zu ihren Familien und Freunden in Ungarn an. Am Flughafen in Budapest unterhalten die ungarischen Samariter*innen zusätzlich eine Infostelle für ausreisende Geflüchtete.

Republik Moldau

Ein Hilfsgütertransport für die Republik Moldau wurde mit Unterstützung des Landesverbandes Niedersachsen auf den Weg gebracht. Die gesamte Lieferung des 40-Tonners bestand aus haltbaren konservierten Lebensmitteln und Fertiggerichten. Inzwischen ist der Transporter entladen und die Hilfsgüter übergeben worden.

Lettland

In einer ihrer Einrichtungen kümmern sich lettische Samariter*innen aktuell um 19 ukrainische Geflüchtete mit Behinderung und deren Familien. 

Polen

In der ostpolnischen Kleinstadt Zakliczyn sortieren und verpacken Freiwillige des polnischen Samariterbundes SFOP und der Gemeinde riesige Warenberge, die von Firmen und Privatpersonen gespendet wurden. 20 Freiwillige sind hier neben Arbeit und Studium aktiv, um den ukrainischen Menschen zu helfen. Die polnischen Samariter haben bisher 160 Geflüchtete in ihrer Unterkunft in Zakliczyn untergebracht. Eine weitere Notunterkunft wird aktuell hergerichtet: Ein Schulcamp wird zum Flüchtlingslager umgebaut. Mit vielen Zimmern in unterschiedlichen Größen, mehreren Toiletten und Bädern, einer Küche und einem großen Speisesaal ist die Einrichtung gut geeignet, um eine größere Gruppe von Flüchtlingen aufzunehmen. Der ASB hat 10.000 Euro beigesteuert, um die Schule für die ukrainischen Flüchtlinge vorzubereiten. Außerdem steht der ASB in engem Austausch mit den polnischen Kollegen und wird sie in ihrer Arbeit weiter finanziell und bei Bedarf auch personell unterstützen. 

Weitere Unterstützung

Zudem spendete der Arbeiter-Samariter-Bund für neu in Griechenland angekommene ukrainische Kriegsflüchtlinge Hygiene- und Alltagsgegenstände wie Bettwäsche und Handtücher. Die Spende ging an das Langzeitunterkunftszentrum der Stadt Serres, wo derzeit 81 ukrainische Flüchtlinge leben. Hier lesen Sie mehr über die Hilfsaktion.

Hilfsmaßnahmen in der Ukraine

Hilfsmaßnahmen in der Ukraine selbst sind derzeitig nur sehr eingeschränkt möglich. Der ASB hat sein Länderbüro in die Westukraine verlegt, um von dort Hilfsleistungen zu koordinieren. Aktuell unterstützen die ukrainischen Samariterinnen und Samariter östlich von Kiew eine Transiteinrichtung für Menschen, die auf der Flucht temporär Zuflucht suchen, bevor sie weiterreisen. Hier können zirka 30 Personen in den vorhandenen Schlafräumen untergebracht werden. Im Notfall können aber bis zu 100 Personen in größeren Räumen untergebracht werden, die sich auf den Matratzen und Bettdecken ausruhen. Bisher hat der ASB zirka 200 Menschen aufgenommen. Einige von ihnen übernachten mehrere Tage, andere wiederum wollen nur etwas essen, sich waschen und weiterfahren.

Anfang März ist es ukrainischen Samaritern trotz der Kriegshandlungen noch gelungen, dringend benötigte Hilfsgüter in Kiew zu verteilen. Dazu gehörten unter anderem Lebensmittel, Kindernahrung, Wasser und Hygieneartikel, die an die Menschen in ihren Wohnungen, Kellern oder Metro-Stationen übergeben wurden. Die Beschaffung der Hilfsgüter wurde mit finanzieller Unterstützung des ASB und des lettischen Samariterverbands ermöglicht.