Reform der Notfallversorgung

ASB fordert verlässliche Finanzierung und verbindliche Mitsprache bei der Notfallreform

Mit einer gemeinsamen Aktion am Brandenburger Tor hat der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. zusammen mit weiteren Hilfs- und Luftrettungsorganisationen sowie den Feuerwehren auf notwendigen Nachbesserungsbedarf bei der geplanten Reform der Notfallversorgung aufmerksam gemacht. Vor der 2. und 3. Lesung des Gesetzes im Bundestag haben die Organisationen eine verlässliche Finanzierung der Notfallrettung und eine verbindliche Mitsprache derjenigen gefordert, die die Versorgung täglich sicherstellen.

Berlin, 13. Oktober 2026 – Unter dem Motto „Notfallversorgung sichern – Finanzierung verlässlich. Mitsprache verbindlich.“ hat sich der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) zusammen mit der ADAC-Luftrettung, dem Deutschen Feuerwehrverband gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, dem Deutschen Roten Kreuz, der DRF Luftrettung, der Johanniter-Unfall-Hilfe mit Johanniter Luftrettung und dem Malteser Hilfsdienst am 13. Oktober 2026 auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor versammelt. Mit Rettungsfahrzeugen und Rettungshubschraubern haben sie ihren Forderungen vor der anstehenden Beratung des Gesetzes im Bundestag Nachdruck verliehen. Auch der Deutsche Städtetag und der Deutsche Landkreistag unterstützen die Aktion. 

Für den ASB hat Kristin Schuhmann, Ärztin und Mitglied des ASB-Bundesvorstands, an der Aktion teilgenommen. Sie betont, dass eine Reform nicht nur politisch beschlossen werden, sondern sich vor allem in der täglichen Notfallversorgung bewähren müsse:

„Eine Reform der Notfallversorgung ist dringend notwendig – aber sie muss in der Praxis funktionieren. Deshalb müssen diejenigen verbindlich mitentscheiden, die rund um die Uhr Rettungsdienst leisten. Wir wissen, wo es im Alltag hakt und welche Schnittstellen verbessert werden müssen. Gleichzeitig brauchen wir die Freiheit, unsere Fachkräfte wettbewerbsfähig zu bezahlen. Denn wenn Rettungsfahrzeuge wegen Personalmangels nicht mehr besetzt werden können, wird aus einer Finanzierungsfrage sehr schnell eine Frage der Versorgungssicherheit.“

Zwei zentrale Forderungen zur Notfallreform

Der ASB hat gemeinsam mit den beteiligten Organisationen die geplante Reform der Notfallversorgung grundsätzlich begrüßt. In zwei zentralen Punkten sehen die Organisationen jedoch weiterhin Änderungsbedarf.

Zum einen fordern sie klare gesetzliche Regelungen für eine verlässliche Finanzierung der Notfallrettung. Ein jederzeit einsatzbereiter Rettungsdienst, der hohe Qualitätsstandards erfüllt und ausreichend Fachkräfte gewinnt, kann aus Sicht der Organisationen nur Bestand haben, wenn seine Finanzierung dauerhaft gesichert ist.

Zum anderen fordern die Organisationen eine angemessene und stimmberechtigte Beteiligung im geplanten bundesweiten Fachgremium. Dieses soll künftig unter anderem Rahmenempfehlungen für die Notfallrettung entwickeln. Aus Sicht des ASB müssen diejenigen an solchen Entscheidungen beteiligt sein, die die Notfallversorgung Tag für Tag sicherstellen. 

Bereits zur ersten Anhörung des Gesetzentwurfs im Bundestag am 9. September hatten die acht beteiligten Organisationen ihre Forderungen in einem gemeinsamen Positionspapier formuliert. 

Zusammen sichern sie nahezu 100 Prozent der medizinischen Notfallversorgung in Deutschland ab. Mit der Aktion in Berlin haben sie diese Forderungen vor der parlamentarischen Beratung noch einmal bekräftigt. 

Zur gemeinsamen Pressemitteilung vom 13. Oktober 2026: