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Tipps für Notlagen

So bereiten Sie sich auf Krisen, Stromausfälle und Katastrophen vor

Naturkatastrophen, extreme Wetterereignisse, Hochwasser, längere Stromausfälle oder auch internationale Krisen und Kriege können den Alltag plötzlich und unerwartet beeinträchtigen. In solchen Situationen sind staatliche Hilfsstrukturen oft stark belastet. Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), dass Haushalte in Deutschland in der Lage sein sollten, sich mindestens einige Tage selbst zu versorgen.

Mit einer durchdachten Krisenvorsorge schaffen Sie Sicherheit für sich und Ihre Familie. Dabei geht es nicht um Panikmache, sondern um eine verantwortungsvolle Vorbereitung auf außergewöhnliche Situationen. Schon wenige Maßnahmen helfen dabei, im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

Warum ein Notfallplan wichtig ist

Krisen treten oft unerwartet ein. Ein schweres Unwetter kann Straßen blockieren, Hochwasser ganze Stadtteile abschneiden oder ein großflächiger Stromausfall die Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Informationen beeinträchtigen. Auch geopolitische Krisen und militärische Konflikte zeigen, dass Vorsorge heute wichtiger denn je ist.

Ein persönlicher Notfallplan hilft dabei, in Ausnahmesituationen schnell und besonnen zu handeln. Legen Sie gemeinsam mit Ihrer Familie fest:

  • Wie bleiben wir miteinander in Kontakt?
  • Wo treffen wir uns, wenn Kommunikationsnetze ausfallen?
  • Wer kümmert sich um Kinder, ältere Angehörige oder Haustiere?
  • Welche wichtigen Telefonnummern benötigen wir?
  • Wo befinden sich wichtige Dokumente?

Ein schriftlich festgehaltener Notfallplan sorgt dafür, dass auch unter Stress keine wichtigen Entscheidungen vergessen werden.

Krisenvorsorge zu Hause: Die wichtigsten Grundlagen

Eine gute Krisenvorsorge basiert auf vier Säulen:

  • Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln
  • Versorgung für den allgemeinen Hausvorrat
  • Energie und Kommunikation
  • Gesundheit und Sicherheit

Je besser diese Bereiche vorbereitet sind, desto leichter lassen sich Notlagen bewältigen.

Notfallrucksack packen

Notvorrat an Lebensmitteln

Ein ausreichender Lebensmittelvorrat gehört zu den wichtigsten Bestandteilen der Krisenvorsorge. Ziel ist es, mehrere Tage ohne Einkaufsmöglichkeiten auszukommen.

Geeignet sind vor allem:

  • Konserven mit Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten
  • Reis, Nudeln und Haferflocken
  • Knäckebrot und haltbare Backwaren
  • Fertiggerichte
  • Nüsse und Trockenfrüchte
  • Babynahrung
  • Tierfutter

Achten Sie darauf, Lebensmittel auszuwählen, die regelmäßig verzehrt und rechtzeitig ersetzt werden können. So bleibt der Vorrat aktuell und verursacht keine zusätzlichen Kosten durch abgelaufene Produkte.

Trinkwasser bevorraten

Wasser ist im Krisenfall wichtiger als Nahrung. Bei Stromausfällen oder Hochwasser kann die Trinkwasserversorgung beeinträchtigt werden.

Empfohlen wird ein Vorrat von mindestens zwei Litern Wasser pro Person und Tag. Berücksichtigen Sie dabei:

  • Trinkwasser
  • Wasser zur Zubereitung von Mahlzeiten
  • zusätzlichen Bedarf für Säuglinge, Hilfebedürftige oder Haustiere

Lagern Sie Wasser möglichst kühl und dunkel und beachten Sie das Haltbarkeitsdatum.

Das Notfallpaket für Zuhause

Ein gut vorbereitetes Notfallpaket ermöglicht schnelles Handeln in verschiedenen Krisensituationen.

Folgende Gegenstände sollten enthalten sein:

Dokumente

  • Personalausweis
  • Reisepass
  • Krankenversicherungskarte
  • wichtige Verträge
  • Notfallkontakte
  • Idealerweise liegen Kopien zusätzlich digital oder wasserdicht verpackt vor.

Medizinische Versorgung

  • Hausapotheke
  • persönliche Medikamente
  • Verbandmaterial
  • Desinfektionsmittel
  • Fieberthermometer
  • Besonders an Kinder, Hilfebedürftige und Haustiere denken

Hygieneartikel

  • Toilettenpapier
  • Feuchttücher
  • Seife
  • Müllbeutel
  • Hygieneartikel für Kinder, Pflege- und Hilfebedürftige oder Haustiere

Energie und Beleuchtung

  • Taschenlampe
  • Batterien
  • Powerbank
  • Ladekabel
  • Radio

Kleidung und Wärme

  • wetterfeste Kleidung
  • Decken
  • Schlafsäcke
  • warme Kleidung für jedes Familienmitglied

Ein regelmäßig überprüftes Notfallpaket spart im Ernstfall wertvolle Zeit.

Stromausfall und Blackout: Gut vorbereitet sein

Ein längerer Stromausfall zählt zu den wahrscheinlichsten Krisenszenarien. Fällt die Stromversorgung großflächig aus, funktionieren viele alltägliche Dinge nicht mehr:

  • Licht
  • Heizung
  • Kühlschrank und Gefrierschrank
  • Internet und Telefon
  • Kartenzahlung
  • Tankstellen
  • Aufzüge

Bereits nach wenigen Stunden können erhebliche Einschränkungen entstehen.

Notfallausrüstung bei Stromausfall

Für den Fall eines Blackouts sollten folgende Gegenstände vorhanden sein:

  • Taschenlampen
  • Ersatzbatterien
  • LED-Lampen
  • Powerbanks
  • Batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio
  • Kerzen und Streichhölzer (mit besonderer Vorsicht verwenden)
  • Geladene Akkus
  • Bargeld in kleinen Scheinen

Wichtige Informationen und Warnmeldungen werden häufig über Radio verbreitet. Deshalb gehört ein batteriebetriebenes Radio zu den wichtigsten Vorsorgeartikeln.

Kommunikation sicherstellen

Bei Stromausfällen sollten Mobiltelefone nur sparsam genutzt werden.

Hilfreiche Maßnahmen:

  • Energiesparmodus aktivieren
  • Bildschirmhelligkeit reduzieren
  • Nicht benötigte Apps schließen
  • Powerbanks bereithalten
  • Vereinbarte Kontaktzeiten mit Angehörigen festlegen

Informationen aus offiziellen Quellen haben Vorrang. Warn-Apps und Behördenmeldungen helfen dabei, die Lage richtig einzuschätzen.

 

Hochwasser: Vorsorge und richtiges Verhalten

Hochwasser zählt zu den häufigsten Naturkatastrophen in Deutschland. Selbst Regionen ohne große Flüsse können durch Starkregen betroffen sein.

Vorbereitung auf Hochwasser

Wenn eine Hochwasserwarnung vorliegt:

  • Wetter- und Warnmeldungen verfolgen
  • Fahrzeuge in sichere Bereiche bringen
  • wichtige Dokumente sichern
  • Wertgegenstände in höhere Stockwerke verlagern
  • Keller räumen
  • Sandsäcke oder mobile Schutzsysteme vorbereiten

Je früher Schutzmaßnahmen getroffen werden, desto geringer fallen Schäden aus.

Verhalten bei Hochwasser

Während eines Hochwassers gilt:

  • Überflutete Straßen meiden
  • Keller nicht betreten, wenn Wasser eindringt
  • Strom in gefährdeten Bereichen abschalten
  • Anweisungen der Behörden befolgen

Besondere Vorsicht ist bei überfluteten Kellern geboten. Dort besteht Lebensgefahr durch Stromschläge oder austretende Schadstoffe.

Nach dem Hochwasser

Nach dem Rückgang des Wassers sollten Schäden dokumentiert und elektrische Geräte erst wieder genutzt werden, wenn sie vollständig trocken und geprüft sind.

Unwetter und Sturm: Schutz vor extremen Wetterlagen

Stürme, Orkane und schwere Gewitter treten zunehmend häufiger auf. Sie können erhebliche Sachschäden verursachen und Menschen gefährden.

Vor dem Sturm

Bereiten Sie Haus und Grundstück rechtzeitig vor:

  • Gartenmöbel o.ä. sichern
  • Mülltonnen befestigen
  • Fahrräder unterstellen
  • Fenster und Türen schließen
  • Rollläden herunterlassen
  • Fahrzeuge geschützt parken

Auch Dächer, Antennen und lose Bauteile sollten regelmäßig überprüft werden.

Während des Unwetters

Bleiben Sie möglichst im Gebäude.

Empfohlen wird:

  • Aufenthalt in innenliegenden Räumen
  • Abstand zu Fenstern halten
  • elektrische Geräte vom Netz trennen
  • Haustiere im Haus behalten

Kellerräume sollten bei Starkregen vermieden werden, da sie schnell volllaufen können.

Vorsicht bei Sturm und Gewitter

Wenn Sie draußen überrascht werden

Suchen Sie Schutz in Gebäuden oder Fahrzeugen.

Vermeiden Sie:

  • offene Flächen
  • einzelne Bäume
  • Masten und Antennen
  • Überlandleitungen

Bei Hagel sollten Kopf und Nacken geschützt werden.

Krisenvorsorge im Fall von Krieg und internationalen Krisen

Der Begriff „Krieg“ wird häufig mit weit entfernten Konflikten verbunden. Dennoch können internationale Spannungen auch Auswirkungen auf Deutschland haben, beispielsweise durch:

  • Versorgungsengpässe
  • Energieknappheit
  • Einschränkungen kritischer Infrastruktur
  • Cyberangriffe
  • erhöhte Belastung von Rettungs- und Hilfssystemen

Eine gute Krisenvorsorge für solche Szenarien unterscheidet sich kaum von der Vorbereitung auf Naturkatastrophen oder Stromausfälle.

Wichtig sind:

  • ausreichende Vorräte
  • Notfallplan für die Familie
  • Bargeldreserven
  • aktuelle Informationen aus offiziellen Quellen
  • Kenntnisse in Erster Hilfe

Wer auf unterschiedliche Krisensituationen vorbereitet ist, erhöht seine persönliche Sicherheit erheblich. Besonders wichtig ist der kritische Umgang mit Informationen. In Krisenzeiten verbreiten sich Gerüchte und Falschmeldungen schnell. Verlässliche Informationen sollten nur aus offiziellen Quellen stammen.

Erste Hilfe als Teil der Notfallvorsorge

In Krisensituationen können Rettungsdienste verzögert eintreffen. Deshalb gehören Erste-Hilfe-Kenntnisse zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen überhaupt.

Jeder Haushalt sollte:

  • einen vollständigen Verbandskasten besitzen
  • Notrufnummern kennen
  • regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse besuchen
  • Familienmitglieder in Notfallmaßnahmen einweisen

Schon einfache Maßnahmen können Leben retten.

Fazit: Vorbereitung schafft Sicherheit

Ob Hochwasser, Sturm, Blackout oder andere Krisenlagen – niemand kann jede Gefahr verhindern. Doch jeder kann sich vorbereiten.

Mit einem durchdachten Notfallplan, einem ausreichenden Notvorrat, einem gut ausgestatteten Notfallpaket und grundlegenden Kenntnissen in Erster Hilfe schaffen Sie die Voraussetzungen, um auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben.

Krisenvorsorge bedeutet nicht, ständig mit dem Schlimmsten zu rechnen. Sie bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst, die Familie und die Menschen im eigenen Umfeld. Wer vorbereitet ist, kann in Notlagen ruhiger, sicherer und wirksamer handeln.

Machen Sie sich fit für den Ernstfall - mit unseren Kursen zu Erster Hilfe mit Selbstschutzinhalten (EHSH).

Alle Informationen

EHSH-BBK-Kurse-Krisenvorsorge

Den Ratgeber für Notfallvorsorge und das richtige Handeln in Notsituationen finden Sie auf der Seite des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe kostenfrei als PDF-Datei zum Download und Ausdrucken.

Häufig gestellte Fragen

Eine gute Krisenvorsorge beginnt mit einigen grundlegenden Maßnahmen: Legen Sie einen Vorrat an Lebensmitteln und Trinkwasser an, halten Sie wichtige Medikamente und Erste-Hilfe-Material bereit und sorgen Sie dafür, dass Sie auch ohne Strom Licht und Informationen erhalten können. Sinnvoll ist außerdem ein persönlicher Notfallplan: Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrer Familie, wie Sie sich im Ernstfall verhalten und miteinander in Kontakt bleiben.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Aber auch ein Vorrat für mindestens drei Tage ist bereits hilfreich und kann nach und nach erweitert werden. Wichtig ist, Lebensmittel einzulagern, die Sie ohnehin verbrauchen, und den Vorrat regelmäßig zu erneuern.

Das BBK sieht für die Eigenvorsorge zwei Liter Wasser pro Person und Tag für möglichst zehn Tage vor. Der Vorrat dient zum Trinken und zur Zubereitung von Speisen. Denken Sie bei der Planung auch an den zusätzlichen Bedarf von Kindern, kranken Menschen oder Haustieren.

Geeignet sind vor allem haltbare Lebensmittel, die auch ohne Kühlung aufbewahrt werden können. Dazu gehören beispielsweise Konserven, Hülsenfrüchte, Getreideprodukte, Knäckebrot, Nüsse oder Trockenfrüchte. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl persönliche Vorlieben, Unverträglichkeiten und Ernährungsgewohnheiten. Am praktischsten ist ein Vorrat, den Sie regelmäßig im Alltag verbrauchen und anschließend wieder auffüllen.

Bei einem längeren Stromausfall können unter anderem Beleuchtung, Heizung, Internet, Telefon, Geldautomaten oder Kartenzahlung beeinträchtigt sein. Zur Grundausstattung gehören deshalb beispielsweise Taschenlampen, Ersatzbatterien, geladene Powerbanks und ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio. Auch ausreichend Lebensmittel, Trinkwasser, wichtige Medikamente und etwas Bargeld sollten vorhanden sein.

Fällt der Strom aus, können Internet und Mobilfunk nur eingeschränkt oder gar nicht funktionieren. Ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio ermöglicht es, weiterhin behördliche Informationen und Warnungen zu empfangen. Solange das Mobilfunknetz funktioniert, sollten Smartphones möglichst sparsam genutzt werden, um den Akku zu schonen.

Zum Notgepäck gehören unter anderem persönliche Medikamente, Erste-Hilfe-Material, Hygieneartikel, wetterfeste Kleidung, eine Taschenlampe, Verpflegung und Trinkwasser. Auch wichtige Dokumente beziehungsweise Kopien davon sollten griffbereit sein. Im Ernstfall sollten außerdem Personalausweis oder Reisepass, Gesundheitskarte, Bargeld und Geldkarten mitgenommen werden.

Ein Notfallplan sollte vor allem klären, wie sich Familienmitglieder verhalten, wenn sie sich in einer Krisensituation nicht am selben Ort befinden. Vereinbaren Sie beispielsweise einen Treffpunkt und überlegen Sie, wer sich um Kinder, ältere oder hilfsbedürftige Angehörige und Haustiere kümmert. Wichtige Telefonnummern und Kontaktdaten sollten nicht ausschließlich im Smartphone gespeichert sein.

Verfolgen Sie frühzeitig Wetter- und Warnmeldungen und sichern Sie Haus, Wohnung und Grundstück. Bei Sturm sollten lose Gegenstände wie Gartenmöbel oder Fahrräder gesichert sowie Fenster und Türen geschlossen werden. Bei drohendem Hochwasser sollten wichtige Dokumente und Wertgegenstände rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Überflutete Straßen und Räume sollten gemieden werden.

Für viele Krisenszenarien gelten dieselben Grundlagen: Sorgen Sie dafür, dass Sie sich einige Tage selbst versorgen können, halten Sie wichtige Dokumente und Medikamente griffbereit und stellen Sie sicher, dass Sie Warnungen und behördliche Informationen auch bei einem Strom- oder Internetausfall empfangen können. Ein persönlicher Notfallplan und Kenntnisse in Erster Hilfe helfen ebenfalls, in unterschiedlichen Notlagen handlungsfähig zu bleiben.