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Pressemitteilung

Herzkreislaufstillstand – nur jeder Zehnte überlebt

ASB fordert im Bündnis bundesweit einheitliche Ersthelfenden-Alarmierung via Smartphone

Köln/Berlin, 22. April 2026 - Ein breites Bündnis aus Fachgesellschaften, Hilfsorganisationen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, dem auch der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) angehört, fordert bundesweit einheitlich die kurzfristige, flächendeckende und verpflichtende Einführung der Smartphone-basierten Ersthelfenden-Alarmierung (SbEA). Der „Runde Tisch SbEA“ hat dazu ein gemeinsames Positionspapier zur Verbesserung der Reanimationsversorgung in Deutschland veröffentlicht.

Hintergrund ist die unverändert niedrige Überlebensrate nach einem außerklinischen Herzkreislaufstillstand. Jährlich sind davon rund 120.000 Menschen betroffen, jedoch überlebt nur etwa jeder Zehnte. „Die ersten Minuten nach einem Herzstillstand sind entscheidend; ohne sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen kommt es bereits nach drei bis fünf Minuten zu irreversiblen neurologischen Schäden“, erklären die Vertreter des Bündnisses. Da Rettungsdienste im Durchschnitt etwa neun Minuten bis zum Einsatzort benötigen, bleibt ein therapiefreies Intervall bestehen, das die Überlebenschancen erheblich mindert.

Ersthelfendenalarmierung via Smartphone

Foto: ASB/S. Beetz

„Helfende müssen schnell gefunden, erreicht, geleitet werden“,

sagt Dr. Uwe Martin Fichtmüller, Hauptgeschäftsführer des ASB Deutschland e.V.

„Genau hier setzt auch ASB SCHOCKT an, ein aktuelles Projekt des ASB, bei dem Ersthelfende in der Nähe eines Notfalls über das Smartphone alarmieren und den nächstgelegenen Defibrillator anzeigen. Unser gemeinsames Ziel ist klar: Wir wollen mehr Menschen erreichen, früher mit der Hilfe starten und dadurch mehr Leben retten.“

Strukturierte Alarmierung empfohlen


Internationale Leitlinien wie die European Resuscitation Council (ERC)-Guidelines sowie die jüngste Stellungnahme der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung empfehlen ausdrücklich die strukturierte Alarmierung qualifizierter Ersthelfender. Evidenzbasierte Studien aus mehreren europäischen Ländern zeigen, dass SbEA-Systeme die Überlebensrate verdoppeln bis verdreifachen können. Auch in Deutschland existieren bereits erprobte und einsatzbereite Modelle, die seit vielen Jahren in zahlreichen Gebietskörperschaften
erfolgreich eingesetzt werden und Menschenleben retten konnten.

Lokale Lösungen verhindern flächendeckende Umsetzung


Trotz dieser Erkenntnisse bleibt die SbEA bundesweit bislang unzureichend umgesetzt. Uneinheitliche rechtliche Rahmenbedingungen, fehlende Standards und eine nicht gesicherte, nachhaltige Finanzierung führen zu einem Flickenteppich aus lokalen Lösungen. Die bestehenden Barrieren verzögern eine flächendeckende Einführung – mit direkten Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und mit erheblichen volkswirtschaftlichen Kosten, die ersten Berechnungen zufolge rund 35 Milliarden Euro jährlich betragen.

Forderungen an die Politik


Das Bündnis sieht daher dringenden politischen Handlungsbedarf, gerade vor dem Hintergrund der anstehenden Reform der Notfall- und Akutversorgung. Für eine moderne, resiliente Reanimationsversorgung seien alle Voraussetzungen vorhanden: wissenschaftlich, organisatorisch und technologisch.

Das Bündnis formuliert in seinem Positionspapier drei zentrale Forderungen:
1. Die kurzfristige, flächendeckende und verpflichtende Etablierung der SbEA in allen Bundesländern.
2. Die Sicherstellung einer vollumfänglichen und nachhaltigen Regelfinanzierung dieser Systeme durch Bund und Länder.
3. Die verbindliche Einführung leitlinienorientierter Qualitätskriterien und Standards, einschließlich der Integration von AED-Standorten und der Nutzung bestehender Vorgaben.

„Jetzt ist der Zeitpunkt, diese Chance zu ergreifen“, fordert der „Runde Tisch SbEA“ die politischen Entscheidungsträger in Bund und Ländern zum Handeln auf. Der „Runde Tisch SbEA“ ist ein 2023 gegründetes Forum, das Entwicklungen, Herausforderungen und gemeinsame Standards der Smartphone-basierten Ersthelfenden-Alarmierung (SbEA) in Deutschland diskutiert. Ziel ist es, die SbEA bundesweit nachhaltig zu etablieren und langfristig in die Regelversorgung zu überführen.
 

Lesen Sie dazu das Positionspapier:

Pressekontakt:

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Diana Zinkler

Fachbereichsleitung Kommunikation und Public Affairs

Telefon: 030/2325786-122
Mobil Nummer: +49 152 247 552 09

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