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Stellungnahme zum Referentenentwurf des BMFSFJ

ASB warnt vor schleichendem Paradigmenwechsel in der Kindertagesbetreuung

Der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. (ASB), dessen Gliederungen Träger von rund 900 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sind (davon rund 470 Kindertageseinrichtungen und Horte), bedankt sich für die Gelegenheit zur Stellungnahme zu dem vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorgelegten Referentenentwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Startchancen von Kindern und zur Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung und nimmt Stellung zu den seine Tätigkeiten betreffenden relevanten Aspekten.

Berlin, 30.07.2026 - Der ASB begrüßt grundsätzlich den Referentenentwurf des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum geplanten Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG). Insbesondere die vorgesehenen Maßnahmen zur Verbesserung der Kita-Qualität, zur Unterstützung benachteiligter Kinder, zur Stärkung der Personalausstattung sowie der Fachberatung entsprechen langjährigen Forderungen unseres Verbandes.

Kritisch bewertet der Arbeiter-Samariter-Bund jedoch die aus seiner Sicht erkennbare Neuausrichtung des Bildungsverständnisses in der Kindertagesbetreuung. Der ASB tritt für ein ganzheitliches Bildungsverständnis mit einem ressourcenorientierten Blick auf Kinder ein, nicht für ein defizitorientiertes System in der frühkindlichen Erziehung.

Frühkindliche Bildung ganzheitlich denken

Das geplante SCQEG setzt mit seiner starken Fokussierung auf Sprach- und Entwicklungsstandards, deren Messung sowie die darauf ausgerichteten Fördermaßnahmen nach Ansicht des ASB falsche Akzente: Es droht, Kitas in „Vorschulen“ zu verwandeln und schulische Leistungskriterien auf die frühkindliche Bildung zu übertragen.

Frühkindliche Bildung muss weiterhin ganzheitlich gedacht werden und die individuelle Entwicklung, Selbstbestimmung und Persönlichkeitsbildung von Kindern in den Mittelpunkt stellen – statt Defizite zu messen und Leistungsdruck zu erzeugen.

„Denn Chancengerechtigkeit in der frühkindlichen Bildung entsteht nicht durch mehr Tests“, sagt ASB-Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Martin Fichtmüller, „sondern durch gute Rahmenbedingungen, verlässliche Beziehungen und eine Pädagogik, die jedes Kind mit seinen individuellen Stärken in den Blick nimmt.“

Mehr Chancengleichheit durch gute Rahmenbedingungen

Der ASB spricht sich für alltagsintegrierte Sprachförderung und eine ressourcenorientierte Pädagogik aus. Verbindliche Sprachtests könnten insbesondere mehrsprachig aufwachsende Kinder benachteiligen und zu Stigmatisierungen führen. Statt zusätzlicher Testverfahren fordert der ASB bessere personelle Rahmenbedingungen, mehr Zeit für pädagogische Arbeit sowie eine stärkere Förderung von Vielfalt und Inklusion.

Positiv bewertet der ASB die geplante Verbesserung der Fachberatung und die vorgesehenen Maßnahmen für eine angemessene Personalausstattung. Gleichzeitig fordert er bundesweit verbindliche Qualitätsstandards und eine dauerhafte finanzielle Beteiligung des Bundes an der Kindertagesbetreuung. Der geplante Ausstieg des Bundes aus der Finanzierung ab 2034 schafft Unsicherheit für Länder, Kommunen und freie Träger.

Hier finden Sie die Stellungnahme des Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. vom 29.07.2026

Ihre Ansprechperson: 

Profilbild Ina Stanulla
Ina Stanulla

Referentin Kinder- und Jugendhilfe

Telefon: 030/2325786-121

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ASB Deutschland e.V.

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