Wie ein ASB-Regionalprojekt die Inklusion auf dem Westbalkan stärkt
Wie lässt sich Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem Balkan konkret voranbringen? Das vom ASB und sechs Partnerorganisationen durchgeführte Regionalprojekt „Empowered“ setzt auf Austausch, gemeinsames Lernen und praktische Einblicke. Ein Studienbesuch in Kroatien und Slowenien zeigte zuletzt, wie wirkungsvoll dieser Ansatz sein kann. Sloweniens stellvertretende Ministerpräsidentin Tanja Fajon würdigte dabei die Arbeit des ASB im Westbalkan als wichtigen Motor für inklusive Entwicklung und regionale Zusammenarbeit.
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Bereits vom 24. bis 27. März 2026 kamen rund vierzig Vertreter:innen aus Ministerien, Kommunalverwaltungen, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft aus dem gesamten Westbalkan zusammen. Ziel war es, voneinander zu lernen, Erfahrungen zu teilen und die regionale Zusammenarbeit im Bereich der Inklusion von Menschen mit Behinderungen zu stärken.
Im Mittelpunkt standen konkrete Einblicke in bestehende Unterstützungsstrukturen. In der kroatischen Stadt Sveti Ivan Zelina erhielten die Teilnehmenden im Rathaus einen Überblick über lokale Strategien zur Inklusion. Beim Samariter-Partnerverband „Srce“ (Herz) lernten sie gemeindenahe Dienste, betreutes Wohnen und Programme zur täglichen Unterstützung kennen. Fachvorträge und Diskussionen ergänzten die Besuche und machten deutlich, wie diese Angebote in der Praxis funktionieren und wie sie sich auf andere Kontexte übertragen lassen.
Einblicke, Austausch und Dialog
Auch in Slowenien lag der Fokus auf praktischen Beispielen. Besuche bei Organisationen wie Želva, einem Unternehmen für die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen, sowie am Universitätsrehabilitationsinstitut Soča vermittelten Einblicke in inklusive Beschäftigungsmodelle, berufliche Rehabilitation und die Rolle von Sozialunternehmen. Der direkte Austausch mit Fachleuten vor Ort vertiefte das Verständnis für die jeweiligen Systeme.
Besonders wertvoll war der Dialog zwischen den Teilnehmenden selbst. Vertreter:innen aus allen westlichen Balkanländern diskutierten Herausforderungen und Lösungsansätze, verglichen rechtliche Rahmenbedingungen und entwickelten Ideen für zukünftige Zusammenarbeit. So entstand ein Raum, in dem nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch gemeinsame Perspektiven entwickelt wurden.
Ein positives Signal setzte auch der Besuch von Sloweniens Außenministerin Fajon. Sie betonte, Inklusion sei „nicht nur ein politisches Ziel, sondern ein grundlegendes Menschenrecht“, und unterstrich, dass Initiativen wie „Empowered“ konkrete Veränderungen im Leben von Menschen mit Behinderungen bewirken können.
Fajon: „Wir sind stärker, wenn wir gemeinsam handeln“
Zugleich hob sie die Bedeutung der Präsenz des ASB in der Region hervor und machte deutlich: „Wir sind stärker, wenn wir gemeinsam handeln – wenn Regierungen, Zivilgesellschaft, internationale Partner und der Privatsektor ihre Anstrengungen auf gemeinsame Ziele ausrichten.“ Das Projekt „Empowered“ sei ein eindrucksvolles Beispiel für gelungene Zusammenarbeit in der Praxis.
Das Projekt „Empowered“ wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert und von lokalen Projektpartnern aus sechs Balkanländern (LIR CD, Initiative for Development and Cooperation (IDC), Alfa Centar Nikšić, die Albanian Disability Rights Foundation (ADRF), die PREDA Plus Foundation und CDI Macedonia) mit Unterstützung des ASB Südosteuropa umgesetzt. Gemeinsam zeigen sie, wie regionale Zusammenarbeit zu nachhaltigen Verbesserungen beitragen kann.
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