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Erfolg im Kampf gegen Cholera

Einsatzteams von ASB und AoG kehren aus Mosambik zurück

Berlin, 6. März 2026: Eng zusammengearbeitet, gezielt geholfen und Menschenleben geschützt: Der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland (ASB) und Apotheker ohne Grenzen (AoG) ziehen eine positive Bilanz ihres gemeinsamen Nothilfe-Einsatzes in Mosambik. In der Provinz Tete im Nordwesten des Landes unterstützten Einsatzkräfte beider Organisationen die Eindämmung eines schweren Cholera-Ausbruchs.

Die schnelle ASB-Nothilfeeinheit FAST (First Assistance Samaritan Team) war rund zweieinhalb Wochen mit insgesamt zwölf Einsatzkräften in der Region im Einsatz. Durch den Aufbau von Cholera-Behandlungsstationen sowie die Installation von Wasserfiltersystemen konnte die Versorgungslage für die betroffene Bevölkerung deutlich verbessert werden.

„Unsere Einsatzteams wurden von der lokalen Bevölkerung mit offenen Armen empfangen. Dieses Vertrauen trug ebenso zum Gelingen des Projekts bei wie die hervorragende Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen Apotheker ohne Grenzen und Watsan Mozambique. Unser besonderer Dank gilt allen beteiligten Ehrenamtlichen, deren freiwilliges Engagement einen echten Unterschied gemacht hat.“

Edith Wallmeier, ASB-Geschäftsführerin Einsatzdienste und Bildung

Cholera-Fallzahlen in der Provinz Tete mit am höchsten

Für ASB und AoG war es der erste gemeinsame internationale Nothilfe-Einsatz – nach mehreren gemeinsamen Trainings in den vergangenen zwei Jahren.

„Wir waren eng abgestimmt und die Rollen klar verteilt – das ist eine wichtige Voraussetzung bei der Bewältigung solcher Ausnahmesituationen“, sagt Petra Isenhuth, Vorstandsmitglied von Apotheker ohne Grenzen, die den Einsatz selbst begleitete.

Die Einsatzteams arbeiteten in einer Region, die zwar von den großflächigen Überschwemmungen im Land infolge schwerer Regenfälle verschont geblieben war. Dennoch hatte sich die Cholera-Epidemie bereits bis in die Provinz Tete ausgebreitet. Die Fallzahlen gehören dort zu den höchsten im Land.

In der abgelegenen Siedlung Nhansosa leben schätzungsweise 4.000 Menschen, darunter viele Familien mit Kindern, ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser oder ausreichender medizinischer Versorgung. Diese Bedingungen begünstigen die Ausbreitung von Durchfallerkrankungen erheblich – mehrere Todesfälle waren bereits zu verzeichnen.

Sauberes Trinkwasser für rund 4.000 Menschen

Gemeinsam mit lokalen Behörden, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und mit Unterstützung der Bevölkerung vor Ort installierten die Einsatzteams zwei Wasserfiltersysteme in der weitläufigen Ansiedlung. Damit haben die rund 4.000 Bewohnerinnen und Bewohner erstmals Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Zusätzlich errichteten die Einsatzkräfte zwei Cholera-Behandlungsstationen. Dort kann die unbehandelt lebensgefährliche Krankheit mithilfe einer einfachen oralen Rehydrationslösung schnell und kostengünstig behandelt werden.

Um die Maßnahmen nachhaltig zu sichern, schulten die Einsatzteams anschließend Freiwillige aus den Gemeinden sowie Mitarbeiter der lokalen Gesundheitsbehörden. Inhalte der Trainings waren unter anderem der Betrieb der Cholera-Stationen, die Wartung der Wasserfiltersysteme sowie Hygiene- und Präventionsmaßnahmen.

Parallel dazu leisten die vor Ort angelaufenen Impfkampagnen der WHO einen wichtigen Beitrag, das Infektionsgeschehen weiter unter Kontrolle zu bringen.

„Ein äußerst effektives Pilotprojekt“

Der Klimawandel erhöht weltweit die Gefahr von Extremwetterereignissen – und damit auch das Risiko langanhaltender Cholera-Ausbrüche. Aus diesem Grund entschied sich die Gemeinschaft deutscher Emergency Medical Teams (EMT) im vergangenen Jahr, eine schnell einsatzfähige Cholera-Einheit aufzubauen. Ziel ist es, lokale Gesundheitssysteme während eines Ausbruchs zu entlasten und durch frühzeitige Behandlung schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden.

Der Einsatz in Mosambik war die erste praktische Anwendung dieses Konzepts.

"Der Einsatz war ein äußerst effektives Pilotprojekt“, sagt Arielle Kaim von der Universität Tel Aviv, die das Projekt wissenschaftlich begleitete. Die Expertin für Katastrophenmedizin zeigt sich „besonders beeindruckt, wie eine Pilotinitiative nur wenige Monate nach der Schulung des Teams so effektiv in einem realen Kontext umgesetzt wurde.“

Hilfe geht weiter

Die Kosten des Einsatzes beliefen sich auf rund 50.000 Euro und wurden vom ASB aus Eigenmitteln der Aktion Deutschland Hilft finanziert, deren Mitglied die Organisation ist.

Auch wenn die Zahl der Neuerkrankungen in der Provinz Tete inzwischen langsam zurückgeht, hält der Cholera-Ausbruch in Mosambik weiterhin an. Um die begonnenen Maßnahmen fortzuführen und die Gesundheitssituation langfristig zu verbessern, bittet der ASB weiterhin um Spenden.

Weitere Informationen zum FAST-Einsatz

Hintergrundinfo FAST 

In den Schnelleinsatzteams, den sogenannten First Assistance Samaritan Teams (FAST), engagieren sich ASB-Mitarbeiter:innen aus dem gesamten Bundesgebiet. In ihrer Freizeit lassen sie sich zu Auslandshelfer:innen im Bereich Basismedizin und Trinkwasseraufbereitung ausbilden. Die FAST-Teams stellen ein wichtiges Soforthilfeinstrument der ASB-Auslandshilfe dar und bieten in internationalen Krisensituationen Unterstützung in den Bereichen Trinkwasserversorgung und medizinische Betreuung. 

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