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Freiwillige des Monats Januar 2026

Da sein, wenn das Leben zur Ausnahmesituation wird – die Ehrenamtlichen des ASB-Kinderhospizdienstes Hannover

Die Vorstellung von Krankheit und Tod bei Kindern fällt schwer. Der Alltag gerät aus dem Takt, Gewissheiten verschwinden, Worte fehlen. Viele Menschen weichen aus Unsicherheit oder Hilflosigkeit zurück – oft genau dann, wenn Nähe am dringendsten gebraucht wird.

Auszeichnung des des ASB-Kinderhospizdienstes Hannover

Am 22. Januar ehrte ASB-Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Martin Fichtmüller (5. v. l.) das Team des ambulanten Kinderhospizdienstes Hannover als „Freiwillige des Monats“. Mit auf dem Bild: Lucia Tonello (3. v. l.), Fachbereichsleitung Soziale Dienste beim ASB-Bundesverband, Thomas Heine, Landesgeschäftsführer des ASB Niedersachsen (rechts), sowie Florian Soot, Geschäftsführer des ASB Hannover (links).

Foto: ASB Hannover

Hier setzt das ehrenamtliche Team des ambulanten Kinderhospizdienstes beim ASB Hannover an: Die Mitglieder begleiten Familien mit schwerst erkrankten Kindern und Jugendlichen – einfühlsam, individuell und genau dort, wo Unterstützung am wichtigsten ist: im vertrauten Zuhause. Für dieses langjährige, engagierte Wirken zeichneten ASB-Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Martin Fichtmüller und Lucia Tonello, Fachbereichsleiterin Soziale Dienste beim ASB-Bundesverband, das Team des Kinderhospizdienstes in Hannover am 22. Januar 2026 als „Freiwillige des Monats“ aus.

Ehrenamtliche Begleitung im Familienalltag

Rund 25 Ehrenamtliche im Alter von 19 bis 70 Jahren engagieren sich derzeit als Familienbegleiter:innen in Hannover. Sie besuchen die Familien regelmäßig, passen sich dem jeweiligen Alltag an und bringen etwas mit, das im Ausnahmezustand selten geworden ist: Ruhe und Aufmerksamkeit. „Wenn ein Kind so schwer erkrankt, verändert sich das gesamte Leben. Genau dann braucht es Menschen, die da sind – ruhig, zugewandt und zuverlässig“, sagt Brigitte Sudmann, die gemeinsam mit Anke Schneider die hauptamtliche Koordination des Kinderhospizdienstes beim ASB Hannover übernimmt. „Unsere Ehrenamtlichen schenken Zeit und Nähe. Diese Ehrung gilt ihnen und ihrem außergewöhnlichen Einsatz.“

Was Ehrenamtliche erleben

Im Mittelpunkt der Begleitung stehen die Wünsche und Bedürfnisse der betroffenen Kinder und Jugendlichen, ihrer Geschwisterkinder und der Eltern. Manchmal wird gespielt, manchmal ein kleiner Ausflug gemacht. Dann wieder besteht die Begleitung darin, zuzuhören, den Familien Raum zu geben – ohne Erwartungen, ohne Erklärungen. Was hilft, entscheidet sich oft im Moment – und richtet sich nach dem, was Familien gerade entlastet oder ihnen Luft verschafft. Für viele Ehrenamtliche sind es diese scheinbar kleinen Momente, die lange nachwirken. „Schenkt mir Devin ein Lächeln, war es ein beglückender Tag“, sagt Familienbegleiter Gerhard Grüneberg (59) über seinen Einsatz in einer der begleiteten Familien.

Auch Teresa Färber (29), Sozialarbeiterin und ehrenamtliche Familienbegleiterin, erlebt diese Nähe als besondere Bereicherung: „Die ehrenamtliche Begleitung ist für mich eine Herzenssache. Ich verbringe gerne Zeit mit Jasmin, wir lachen und albern um die Wette oder sprechen über Alltägliches. Es ist einfach eine schöne Zeit zusammen.“

Engagement, das aus Erfahrung wächst

Oft entsteht das Engagement aus eigener Erfahrung. Hilde und Carsten Holdorf (64/66) sind seit 2018 im ambulanten Kinderhospizdienst aktiv. „Der Auslöser war sehr persönlich: Nach dem Tod unseres eigenen schwer behinderten Kindes waren wir selbst im Ausnahmezustand. Diese Erfahrung prägt unser Engagement bis heute.“ Beim Kinderhospizdienst geben sie Studierenden der Medizinischen Hochschule Hannover regelmäßig Einblicke in die Praxis, denn: „Wer die Perspektive betroffener Eltern kennt, behandelt nicht nur eine Krankheit, sondern gibt auch Sicherheit. Wenn Eltern sich verstanden fühlen, entsteht Vertrauen – und das hilft dem Kind ganz konkret im
Behandlungsprozess.“

Rückhalt für Ehrenamtliche

Damit Ehrenamtliche dieser anspruchsvollen Aufgabe gewachsen sind, begleitet der ASB Hannover sie kontinuierlich. Zur Vorbereitung absolvieren sie rund 80 Stunden lang einen Qualifikationskurs zur Familienbegleitung, der fachlich und persönlich stärkt. Hinzu kommen später regelmäßige Treffen und Angebote zur Supervision.

„Die ehrenamtliche Begleitung ist gut planbar, meist mit einem festen Termin pro Woche in der Familie – das schafft Verlässlichkeit für beide Seiten“, sagt Ina Steinke (59), die sich seit 2006 im Kinderhospizdienst für betroffene Familien engagiert. Sie begleitet dabei auch Kinder, deren Schwester oder Bruder schwerst-erkrankt sind: „Was mich antreibt, ist das Gefühl, mit meiner Zeit wirklich etwas Sinnvolles zu tun. Hier erlebe ich ganz unmittelbar,
dass mein Engagement für die Familien einen Unterschied macht.“

Seit mehr als 20 Jahren an der Seite der Familien

Der ASB-Kinderhospizdienst Hannover begleitet Familien seit mehr als zwei Jahrzehnten kostenfrei – von der Diagnose durch den Alltag, in Krisen und auch über den Tod hinaus. Ziel ist es, Familien Halt zu geben, sie zu entlasten und die Lebensqualität der betroffenen Kinder und ihrer Angehörigen dort, wo das Leben stattfindet, zu erhalten: im vertrauten Zuhause.

Ansprechpartner:innen des KiHo Hannover:
Brigitte Sudmann und Anke Schneider (KiHo-Koordinarinnen)
E-Mail: m+awX!_ELT%|9yj7?c/s]#[YoJgnaS}S9ck%iav.kmY

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Ausgezeichnet im Ehrenamt

Mit der Aktion "Freiwillige:r des Monats" möchten wir Danke sagen und die vielen Möglichkeiten vorstellen die es im ASB gibt, um sich freiwillig zu engagieren.

Nominiert eure Freiwilligen des Monats!

 

Ihr seid unglaublich dankbar für eure freiwilligen Unterstützer und möchtet ihre wertvolle Arbeit gerne anerkennen? Vielleicht habt ihr auch ein besonderes Projekt, das ihr gerne ins Rampenlicht rücken möchtet?

Seit 2017 ehrt unsere Bundesgeschäftsführung persönlich zahlreiche Engagierte, um ihnen für ihren selbstlosen Einsatz zu danken. Ohne ihre Hilfe und Engagement wäre vieles im ASB einfach nicht möglich!

Jetzt habt auch ihr die Möglichkeit, euren Ehrenamtlichen und Projekten eine wohlverdiente Wertschätzung entgegenzubringen und gleichzeitig die Vielfalt des Engagements vor Ort zu zeigen.

Nehmt euch bitte einen Moment Zeit, um den folgenden Nominierungsbogen auszufüllen, und lasst uns gemeinsam diejenigen erkennen, die im Stillen Großes leisten:

 

Zum Nominierungsbogen