Ein Motorradretter des ASB fährt zu einer Unfallstelle
130 Jahre ASB

ASB erinnert an seine Gründung am 29.11.1888 in Berlin

Gemeinsam mit Franz Müntefering, Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes, haben heute zahlreiche Samariterinnen und Samariter in Berlin an die Entstehung des ASB vor 130 Jahren erinnert. Am 29. November 1888 ergriff der 37-jährige Zimmerpolier Gustav Dietrich mit weiteren fünf Berliner Zimmerleute die Initiative und setzte gegen viele Widerstände den ersten Lehrkursus über die Erste Hilfe bei Unglücksfällen durch.

Feierlich wurde der überarbeitete Gedenkstein in der Jakobstraße enthüllt.

Feierlich wurde der überarbeitete Gedenkstein in der Jakobstraße enthüllt.

Foto: ASB/Hannibal

Anlass dafür waren einige schreckliche Unfälle auf Berliner Baustellen. Es gab weder Arbeitsschutz- noch Unfallverhütungsvorschriften. Häufig kam es zu schweren, oftmals tödlichen Zwischenfällen und niemand konnte helfen. Es waren weder ausgebildete Ersthelfer noch Verbandsmaterial verfügbar. Einen Rettungsdienst im heutigen Sinne gab es nicht. Wie notwendig zur damaligen Zeit solche Sanitätskurse waren, zeigt das hohe Interesse. Über 100 Arbeiter beteiligten sich an diesem Lehrkurs und trafen sich in der Alten Jakobstraße 75 im Lokal „Feuerstein“. Heute erinnert an dieser Stelle ein Gedenkstein an diesen historischen Moment.

Im Beisein der ASB-Bundesvorstandsmitglieder Uwe Borchmann, Karl-Eugen Altdörfer, Anna Schein, Prof. Dr. Michael Stricker und Krimhild Niestädt wurde zur Feier des 130-jährigen Jubiläums ein Baum gepflanzt und den Zimmerleuten um Gustav Dietrich gedacht. Sie gelten nicht nur als die Gründerväter des ASB; durch ihre Initiative haben sie auch der Notfallrettung in Deutschland wesentliche Impulse gegeben.

In seiner Ansprache betonte ASB-Präsident Franz Müntefering die historische Bedeutung des Berliner Lehrkurses: „Dieser Erste-Hilfe-Kurs hatte eine Signalwirkung für die gesamte Gesellschaft: Es muss etwas passieren. Die Samariter waren somit die Pfadfinder der Ersten Hilfe in Deutschland, worauf wir alle heute noch stolz sein können.“

Getreu dem ASB-Credo „Wir helfen hier und jetzt“ ging es nach der Gedenkveranstaltung weiter zur Kältehilfeaktion des ASB. Bei der bundesweiten Aktion verteilte der ASB Schlafsäcke und Hygienesets an Obdachlose und hilfsbedürftige Menschen in rund 40 Städten Deutschlands.

Gemeinsam pflanzten ASB-Präsident Franz Müntefering und ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch einen Ahornbaum in direkter Nähe des Gedenksteins.

Foto: ASB/Hannibal