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Interschutz 2026

Was "Uwe" wirklich alles leistet

Gestatten, das ist „Uwe“. An ihm geht niemand einfach so vorbei. Nicht ohne ein zweites, drittes oder viertes Mal hinzuschauen.

Denn „Uwe“ sieht aus wie ein lebensechter Mann, der – eingewickelt in seinen blauen Schlafsack – an einer Ecke des ASB-Messestandes auf der INTERSCHUTZ 2026 in Hannover liegt und scheinbar tief schläft.

Viele Besucherinnen und Besucher bleiben stehen, schauen genauer hin und kommen ins Gespräch. „Uwe“ ist damit weit mehr als ein Blickfang – er eröffnet den Zugang zu einem Thema, das dem ASB besonders am Herzen liegt: dem Reflexiven Einsatztraining (RET).

Denn wenn „Uwe“ nicht auf der Leitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen, Bevölkerungsschutz und Sicherheit herumliegt, dient die täuschend echt gestaltete Puppe als Trainingsobjekt beim Reflexiven Einsatztraining (RET), das der ASB in Hannover vorstellt.

Förderpreis “Helfende Hand" im Jahr 2025

Das preisgekrönte Bildungs- und Präventionskonzept vom ASB Bremen schließt eine wichtige Lücke in der Aus- und Fortbildung von Einsatzkräften.

Das 2025 mit dem Förderpreis „Helfende Hand“ des Bundesministeriums des Innern ausgezeichnete Bremer Projekt richtet sich an Angehörige von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Katastrophenschutzeinheiten im Umgang mit den hohen psychischen Anforderungen ihres Berufs- und Einsatzalltags.

„Als Vorsitzender des ASB Bremen und zugleich als jemand, der sich seit vielen Jahren mit polizeilichem Einsatztraining befasst, ist mir dieses Projekt ein besonderes Anliegen“, sagt Dr. Carsten Roelecke.

Austausch, Reflexion und Resilienz stärken

„Einsatzkräfte erleben Situationen, die tief berühren, verunsichern oder langfristig nachwirken können. Deshalb braucht es neben klassischer Ausbildung auch Angebote, die mentale Widerstandsfähigkeit stärken, Sprachfähigkeit fördern und einen professionellen Umgang mit Extremsituationen unterstützen.“

In einem eintägigen Workshop, begleitet durch speziell geschulte Moderatorinnen und Moderatoren, setzen sich die Teilnehmenden mit zentralen Themen wie Menschenwürde, Gewalt, Tod, Verantwortung, Belastung und eigener Resilienz auseinander.

Das Training schafft einen geschützten Raum für Austausch, Selbstreflexion und Perspektivwechsel.

„Wer hilft, verdient selbst Unterstützung“

In Bremen-Lesum entsteht hierfür derzeit ein eigenes Trainingszentrum, das künftig genau auf diese Form der Aus- und Fortbildung zugeschnitten sein wird.

Das RET verbindet praktische Einsatzerfahrung, wissenschaftliche Begleitung und die Zusammenarbeit verschiedener Blaulichtorganisationen.

„Ich bin überzeugt: Wer Menschen in schwierigen und oft existenziellen Situationen hilft, verdient selbst Strukturen, die stärken, schützen und vorbereiten“, sagt Roelecke.

Weitere Informationen: www.asb-bremen.de