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Pressemitteilung

ASB fordert gemeinsam mit Bündnispartnern: Reform des SGB II darf nicht auf Kosten von Familien und Kindern gehen!

Berlin/Köln, 19. Februar 2026 – Ein breites Bündnis aus 38 Organisationen und Verbänden, dem auch der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) angehört, wendet sich in einem Offenen Brief an die Bundesregierung und die Fraktionen der Union und SPD im Bundestag. Die Unterzeichnenden fordern, geplante Verschärfungen bei der Reform der Grundsicherung (SGB II) zurückzunehmen, die insbesondere Familien mit Kindern treffen.

Die Reform verfehle ihr Ziel, Vertrauen zu stärken und Erwerbsintegration zu fördern, kritisieren die Verbände. Stattdessen erhöhe sie den Druck dort, wo er nur begrenzte Wirkung entfalten könne, und verschärfe die Situation von Menschen mit Betreuungsverantwortung. Besonders problematisch seien Sanktionen, die ganze Haushalte belasten, sowie die Verschärfung bei den Wohnkosten und unrealistische Zumutbarkeitsregelungen für Eltern von Kleinkindern.

Die vorgesehenen Reformen treffen besonders die Kinder der von Sanktionen betroffenen Familien. Unsichere Wohnverhältnisse, mangelnde Stabilität und Sicherheit verschärfen deren prekäre Lebenslagen unmittelbar. Vor allem bei Alleinerziehenden mit mehreren Kindern radikalisiert sich durch die neuen Regelungen die ohnehin schwierige Situation. „Der Reformdruck kann nicht auf den Schultern der Kinder ausgetragen werden“ so ASB-Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Martin Fichtmüller. „Solidarität, die Ermöglichung von Chancen durch existenziell sichere Lebensverhältnisse, Förderung und Bildung stehen für uns an erster Stelle – das gilt es zu schützen und abzusichern.“ 

Jede dritte Bedarfsgemeinschaft sei eine Familie mit minderjährigen Kindern, betonen die Unterzeichnenden. Sanktionen blieben daher nicht auf einzelne Personen begrenzt, sondern träfen unmittelbar auch Schutzbefohlene und Partner:innen. Der Offene Brief fordert unter anderem den Verzicht auf Sanktionen, die Kinder mitbestrafen, die Beibehaltung der Karenzzeit für Wohnkosten sowie eine realitätsnahe Berechnung der Regelbedarfe.

Erzieherin des ASB spielt mit einem Kind ein Klatschspiel

Beim ASB hat die Kinder- und Jugendhilfe seit jeher einen festen Platz: In mehr als 900 Einrichtungen und Diensten sowie über 430 Kitas engagieren sich rund 7.200 Beschäftigte für Familien, Kinder und Jugendliche.

Foto: ASB/Hannibal

Die Forderungen:

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    Keine Sanktionen, die durch Kürzen oder Streichen des Regelbedarfs Kinder mitbestrafen oder Familien gefährden.

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    Beibehaltung der Karenzzeit – Übernahme der tatsächlichen Wohnkosten im ersten Jahr.

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    Gesicherte, mit Arbeitszeiten vereinbare und qualitativ hochwertige Betreuung als Voraussetzung für die Erwerbsaufnahme.

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    Beratungsanspruch zu Erwerbstätigkeit und Qualifikation für Eltern von Kleinkindern.

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    Vorrang von Qualifizierung vor kurzfristiger Vermittlung in nicht nachhaltige Erwerbsarbeit.

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    Sicherstellung eines familiengerechten Existenzminimums durch eine realitätsnahe Berechnung der Regelbedarfe.

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    Einführung eines Umgangsmehrbedarfs für Trennungsfamilien sowie angemessene Berücksichtigung der Kosten für Periodenprodukte und eine selbstbestimmte Familienplanung.

Den vollständigen Offenen Brief können Sie hier nachlesen:

Kontakt:

Profilbild Ina Stanulla
Ina Stanulla

Referentin Kinder- und Jugendhilfe

Telefon: 030/2325786-121

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ASB Deutschland e.V.

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