Ein Motorradretter des ASB fährt zu einer Unfallstelle
[ Bild: Arbeiter-Samariter-Bund ]
Auslandshilfe

Kälte in Europa: ASB-Winterhilfe in Griechenland und Serbien

Keine warme Kleidung, fehlende Sanitäreinrichtungen, Kochgelegenheiten oder Heizung – dazu Temperaturen um den Gefrierpunkt, so leben derzeit tausende Flüchtlinge in Griechenland und Serbien. Der ASB leistet seit Beginn des Kälteeinbruches Winterhilfe für die Flüchtlinge in beiden Ländern und versorgt sie mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, winterfester Kleidung und Unterkünften.

Zwei Frauen behandeln ein kleines Kind.

Im ASB-Flüchtlingscamp im serbischen Dimitrovgrad wird gerade ein Kleinkind medizinisch versorgt. Die vom ASB gegründeten Teams haben in den vergangenen 12 Monaten mehr als 17.000 Flüchtlinge in ganz Serbien medizinisch versorgt und betreut.

Bild: ASB SEE

„Die Kälte, der Wind oder sogar Schnee – darauf sind die Griechen selbst nicht vorbereitet, geschweige denn die Flüchtlinge", sagt Ivan Marin, der Leiter des ASB-Länderbüros in Griechenland. „Die Flüchtlinge sind den eisigen Temperaturen schutzlos ausgeliefert, sie drohen ernsthaft zu erkranken oder zu erfrieren." Der ASB hat daher seine Hilfeleistungen aufgestockt und bietet den Menschen Schutz vor dem Winter: Im Camp Diavata in Thessaloniki wurden rechtzeitig alle Zelte durch Container ersetzt. Diese sind mit Sockeln versehen, so dass Kälte und Feuchtigkeit keine Chance haben. Außerdem wurde ein zentrales Stromnetzwerk installiert und Schulgebäude und Gemeinschaftsräume mit Heizungen ausgestattet. Im Füchtlingslager in Vassililka in Nea Redestos installierte der ASB ein Stromnetzwerk, das auch die Zelte versorgt, beschaffte Generatoren und Heizöltanks.

Winterhilfe auf dem Balkan

Rund 8.000 Flüchtlinge leben derzeit noch immer in Serbien. Bei teilweise mehr als 10 Grad Minus fehlt es Vielen am Nötigsten. Der ASB leistet auch hier Winterhilfe: In den vom ASB errichteten Flüchtlingslagern in Dimitrovgrad und Subotica erhalten die Bewohner – und besonders bedürftige Anwohner – warme  Mahlzeiten, ein festes Dach über dem Kopf und Zugang zu medizinischer Versorgung. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen hierbei Atemwegserkrankungen, ausgelöst durch die anhaltende Kälte.

„Schnell und unkompliziert helfen, das macht für mich den ASB aus", erklärt Gordan Velev, Leiter des ASB-Länderbüros in Serbien. „Wir schenken den Menschen Wärme und eine sichere Unterkunft – und erleichtern ihnen so wenigstens etwas ihre beschwerliche Lage. Das ist ein gutes Gefühl."  Das ASB-Camp in Dimitrovgrad, nahe der bulgarischen Grenze, wurde im Dezember eröffnet, hier sind vor allem Säuglinge, Kinder und Familien untergebracht. Es gibt Essensräume, Gemeinschaftsräume, einen medizinischen Trakt und einen Raum zum Spielen für die Kinder.

Das Flüchtlingscamp in Subotica, unweit der ungarischen Grenze, hat der ASB im November 2015 fertiggestellt und eröffnet. Ursprünglich als Transitlager gedacht, dient es seit Schließung der Grenze als Daueraufenthaltsort für viele Flüchtlinge. Auch hier werden die Menschen mit warmen Mahlzeiten, Kleidung und Hygieneartikeln versorgt.

Der ASB engagiert sich bereits seit dem Sommer 2015 in der Flüchtlingshilfe auf dem Balkan. Im Zuge dessen wurden Teams gegründet, die in den serbischen Flüchtlingslagern medizinische Hilfe leisten. Die rund 30 Ärzte und Schwestern haben in den vergangenen 12 Monaten mehr als 17.000 Menschen in ganz Serbien medizinisch versorgt und betreut. Gordan Velev: „Ein Ende der Hilfsmaßnahmen ist für uns derzeit nicht abzusehen. Im Gegenteil, wir werden die Versorgung für die Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung in den nächsten Monaten sogar noch weiter ausbauen."