Die Menschen hinter der humanitären Hilfe schützen
Am 19. August rückt der World Humanitarian Day die Menschen in den Mittelpunkt, die weltweit humanitäre Hilfe leisten. Ihre Arbeit ist unverzichtbar – und vielerorts gefährlicher denn je. Der ASB fordert konsequenten Schutz seiner Mitarbeitenden und der Teams seiner Partnerorganisationen.
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Ob in der Ukraine, im Irak, in Armenien, Indonesien oder Niger: Humanitäre Hilfe ist ohne die Menschen vor Ort nicht möglich. Ende Juli 2026 beschäftigte der ASB insgesamt 192 Mitarbeitende in zwölf Länderbüros. Ihre Aufgaben reichen von Projektentwicklung und -management über Monitoring und Evaluation, Finanzen, Beschaffung und Administration bis hin zu Sicherheit, Öffentlichkeitsarbeit und Fahrdiensten.
Auch die Arbeitsfelder sind vielfältig. ASB-Mitarbeitende engagieren sich unter anderem in der humanitären Hilfe und Katastrophenvorsorge, für Ernährungssicherheit und landwirtschaftliche Entwicklung, Basisgesundheitsversorgung, Inklusion, nachhaltiges Wassermanagement, Kleingewerbeförderung und soziale Dienstleistungen.
„Humanitäre Hilfe lebt von den Menschen, die sie jeden Tag möglich machen. Unsere Kolleginnen und Kollegen und die Mitarbeitenden unserer Partnerorganisationen kennen die Menschen und ihre Bedürfnisse vor Ort, sie bleiben, wenn internationale Aufmerksamkeit längst weitergezogen ist, und leisten Hilfe oft unter schwierigsten Bedingungen. Am World Humanitarian Day gilt ihnen unser besonderer Dank – und zugleich die klare Forderung, humanitäre Helferinnen und Helfer überall zu schützen.“
Edith Wallmeier, ASB-Geschäftsführerin Einsatzdienste und Bildung
Humanitäre Hilfe unter wachsendem Druck
Die Forderung nach Schutz ist dringlicher denn je. Weltweit steigen die humanitären Bedarfe, während gleichzeitig die finanziellen Mittel fehlen. Ende Mai 2026 waren nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 252 Millionen Menschen auf akute humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen. Gleichzeitig war zu diesem Zeitpunkt erst knapp ein Viertel der für die internationalen Hilfspläne benötigten Mittel finanziert.
Zum World Humanitarian Day ruft die internationale Kampagne #ActForHumanity deshalb nicht nur zu Solidarität mit humanitären Helferinnen und Helfern auf. Sie fordert den Schutz der Einsatzkräfte und der von Krisen betroffenen Zivilbevölkerung, die Einhaltung des humanitären Völkerrechts und eine ausreichende Finanzierung lebensrettender Hilfe.
Rekordzahl schwerer Sicherheitsvorfälle
Gleichzeitig werden humanitäre Helferinnen und Helfer selbst immer häufiger Opfer von Gewalt. Die Aid Worker Security Database verzeichnet für 2025 insgesamt 1.187 Betroffene schwerer Sicherheitsvorfälle. 350 Helferinnen und Helfer wurden getötet, 322 verletzt, 235 entführt und 280 inhaftiert. Besonders betroffen sind lokale Mitarbeitende, die 96 Prozent der Opfer ausmachen.
Eine zunehmende Bedrohung sind bewaffnete Drohnen. Sie verändern das Arbeitsumfeld humanitärer Teams durch Überwachung und die Gefahr von Angriffen aus großer Entfernung. Dokumentiert wurden etwa direkte Angriffe auf Krankenwagen und medizinische Einrichtungen in der Ukraine. Auch beim Einsatz von Drohnen gilt das humanitäre Völkerrecht: Humanitäres und medizinisches Personal sowie die Zivilbevölkerung müssen respektiert und geschützt werden.
Der World Humanitarian Day macht deshalb deutlich: Die Arbeit humanitärer Helferinnen und Helfer anzuerkennen, reicht nicht aus. Ihr Schutz muss gewährleistet, das humanitäre Völkerrecht eingehalten und humanitäre Hilfe verlässlich finanziert werden.
Fünf Menschen, fünf Perspektiven
Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die humanitäre Hilfe jeden Tag möglich machen. Zum World Humanitarian Day geben fünf ASB-Mitarbeitende aus Niger, Armenien, Indonesien, dem Irak und der Ukraine Einblicke in ihre persönliche Motivation. Sie erzählen, warum sie sich für andere Menschen einsetzen und was humanitäre Arbeit für sie bedeutet.
