ASB-Hilfsmissionen in Guatemala
Ein Leben mit Extremwetter

ASB schult Kleinbauern im Umgang mit den Folgen der Klimakrise

Gemeinsam mit ihrem Mann Ramiro und ihren fünf Kindern lebt Leonarda Diaz in der Kleinstadt Jocotán im Nordosten Guatemalas. Neben dem Gemüsegarten bewirtschaften die beiden ein kleines Mais- und Bohnenfeld. „Mein Mann, meine Kinder und ich, wir leben davon“, erzählt die Kleinbäuerin.

Die 47-jährige Leonarda Díaz läuft mit ihrem jüngsten Sohn an der Hand durch ihren kleinen Gemüsegarten. Es ist heiß und der Boden ist ausgetrocknet. Seit Monaten hat es nicht mehr geregnet. Sanft streicht Leonarda beim Vorbeigehen über ein Blatt ihres jungen Zitronenbaums, begutachtet die noch grünen Ananaspflanzen und wirft einen Blick auf die Süßkartoffeln. Gemeinsam mit ihrem Mann Ramiro und ihren fünf Kindern lebt Leonarda in der Kleinstadt Jocotán im Nordosten Guatemalas. Neben dem Gemüsegarten bewirtschaften die beiden ein kleines Mais- und Bohnenfeld. „Mein Mann, meine Kinder und ich, wir leben davon“, erzählt Leonarda Diaz. Das Ehepaar erwirtschaftet seinen Lebensunterhalt schon immer durch die Landwirtschaft gewidmet. Eine Alternative hatten sie nicht, denn weder Leonarda noch Ramiro haben lesen und schreiben gelernt.

Jocotán befindet sich im „Trockenkorridor“, der sich von Guatemala über El Salvador, Honduras und Nicaragua bis nach Costa Rica erstreckt. Seit einigen Jahren nehmen dort extreme Wetterphänomene wie Dürren und Überschwemmungen zu und führen zu erheblichen Ernteausfällen.  „Das Wetter ist uns wirklich keine Hilfe”, sagt Leonardas Mann Ramiro verzweifelt. „Es ist sehr unbeständig, manchmal regnet es lange gar nicht und dann plötzlich werden die Felder überschwemmt. Es ist wie bei einem Lottospiel. Leider gibt es keine Gewissheit, dass das, was wir pflanzen, zu einer guten Ernte führt.“

Foto: ASB/Alejandra Menéndez

Um Kleinbäuerinnen und Kleinbauern wie Leonarda dabei zu helfen, ihre Ernte zu schützen, bietet der Arbeiter-Samariter- Bund (ASB) gemeinsam mit dem lokalen Partner ASORECH im Trockenkorridor Unterstützung an – beim Bau von Bewässerungssystemen, die die Pflanzen auch während längerer Hitzewellen mit Wasser versorgen. Außerdem baut der ASB Dürre-Frühwarnsysteme, die agroklimatische Prognosen erstellen und den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, beispielsweise für die Bestimmung des Zeitpunkts der Aussaat. In mehrtägigen Schulungen des ASB erfahren sie wie sie Obst und Gemüse nachhaltig anbauen und welche Sorten weniger anfällig für Trockenheit sind. Auch Leonarda und Ramiro haben an einer Schulung des ASB teilgenommen und ihre Anbauweise an die Folgen des Klimawandels angepasst.

Noch vor wenigen Jahren waren ihre fünf Kinder unterernährt. Inzwischen können die beiden ihre Kinder drei Mal am Tag mit Essen versorgen. „Sie müssen nicht länger Hunger erleiden“, sagt Leonarda erleichtert. Ihr Mann Ramiro ergänzt: „Ich bin dem ASB sehr dankbar. Es war schön, zu beobachten, wie unser Gemüsegarten mehr und mehr gewachsen ist. Das sich auch positiv auf die Gesundheit unserer Kinder ausgewirkt.“ Im nächsten Jahr möchten Leonarda und Ramiro ihren Gemüsegarten noch vergrößern und die Beerenfrucht Guave anbauen.