SamikÖ-Projekt spricht alle Kulturen an

Am 30. Mai ist Deutscher Diversity Tag. Der ASB unterstützt Vielfalt in allen Bereichen seiner Arbeit und ist Unterzeichner der Charta der Vielfalt. Zum diesjährigen Diversity Tag stellen wir das Projekt Samariter interkulturelle Öffnung (SamikÖ) des ASB Ruhr vor, bei dem ganz besonders die kulturelle Vielfalt in den Städten des Ruhrgebiets im Vordergrund steht – und bei dem vor allem die Mitarbeiter viel lernen.

  • Mitarbeiter mit Migrationshintergrund helfen dabei, ältere Migranten anzusprechen.
    Foto: ASB/Barbara Bechtloff
  • Eine der Säulen des Projekts ist es, den ASB-Mitarbeitern verschiedene kulturelle Besonderheiten zu erklären und sie in interkultureller Kommunikation weiterzubilden.
    Foto: ASB Ruhr
  • Zu den Angeboten für die Samariter gehört auch der Besuch einer Moschee, bei dem sie Grundlagen über die islamische Kultur und den muslimischen Glauben erfahren.
    Foto: ASB Ruhr
  • Der ASB Ruhr hat sich auf die Fahnen geschrieben, mehr Mitarbeiter mit Migrationshintergrund einzustellen. Sie können pflegebedürftige ältere Menschen mit ausländischen Wurzeln besser verstehen. Auch kulturelle Hürden fallen so weg.
    Foto: ASB/Barbara Bechtloff
  • Zum Konzept gehört auch, Informationen in der jeweiligen Muttersprache der Menschen zu veröffentlichen. So kann sich jeder, der Interesse an den Angeboten des ASB hat, ausgiebig informieren.
    Foto: ASB Ruhr
  • Um mehr Möglichkeiten zum Austausch zwischen den Kulturen zu schaffen, hat der ASB das Café Samowar in Essen gegründet. Samowar ist eine traditionelle türkische Maschine zur Zubereitung von Tee.
    Foto: ASB Ruhr
  • Bei Tee und Gebäck genießen die oft älteren Menschen das Beisammensein.
    Foto: ASB Ruhr
  • Regelmäßig informiert der ASB die Besucher des Cafés über seine Angebote im Pflegebereich.
    Foto: ASB/Barbara Bechtloff
  • Bei vielen gemeinsamen Veranstaltung - zum Beispiel beim interkulturellen Kochen - gelingt es, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammenzubringen.
    Foto: ASB Ruhr

Dampfender Tee steht auf den Tischen, der Duft von süßlichem Gebäck zieht durch den Raum: Im Essener Café Samowar treffen sich jeden Donnerstag ältere Frauen aus der Türkei, aus Griechenland oder aus arabischen Ländern zu einer gemütlichen Teestunde. Der ASB Ruhr bietet diesen Treffpunkt als Teil seines SamikÖ-Projektes an, in dem der ASB den Austausch und das Verständnis zwischen den Kulturen fördert.

Entwicklung neuer Freizeit- und Beratungsangebote

Die Frauen, die zu dem Treffen kommen, sind meist Hausfrauen oder haben kleinere Tätigkeiten übernommen. Deutsch haben viele von ihnen nie richtig gelernt. Jetzt, da sie älter werden, wachsen ihre Probleme. Depressionen, Diabetes oder die Bandscheibe – im Café des ASB können sie darüber reden, einfach stricken oder malen. So verhindert der ASB, dass sie weiter isoliert werden. Regelmäßig besuchen ASB-Mitarbeiter das Café und klären die Seniorinnen über wichtige Angebote wie den Hausnotruf, den Menüservice oder die ambulante Pflege auf, denn häufig wissen pflegebedürftige Migrantinnen und Migranten überhaupt nicht von den Hilfestellungen, die sie hier in Anspruch nehmen können.

Kultursensible Gestaltung der Informationsmaterialien

Schuld daran ist auch die Sprachbarriere. Ein wichtiger Ansatz des Projekts ist es daher, Informationen auf verschiedenen Sprachen für die Menschen in den Stadtteilen zugänglich zu machen. Außerdem stellt der ASB Ruhr vermehrt Mitarbeiter mit Migrationshintergrund ein, die dabei helfen, mit den bedürftigen Menschen der Region in Kontakt zu kommen. Was in der Vergangenheit an gesellschaftlicher Integrationsarbeit verpasst wurde, fängt der ASB nun auf, indem er sich stark an den aktuellen Bedürfnissen der Menschen orientiert und ihnen dabei entgegenkommt.

Interkulturelle Weiterbildungsangebote

Wichtig ist für die ASB-Mitarbeiter daher auch, dass sie stets Rücksicht auf kulturelle Unterschiede – etwa bei der Pflege – nehmen. Dafür müssen sie kulturelle Eigenarten aber erst kennenlernen. Der ASB Ruhr bietet für alle seine Mitarbeiter, vom Praktikanten bis zur Geschäftsführung, regelmäßig Seminare zur interkulturellen Kompetenz an. Gerne nehmen die Samariter auch das Besuchsangebot einer Duisburger Moschee an. Nachdem sich alle ASBler die Schuhe ausgezogen haben und auf dem  Boden des Gebetsraums niedergelassen haben, erklärt ihnen die Leiterin der moscheeeigenen Begegnungsstätte einige Grundlagen zum Islam, zum muslimischen Gemeindeleben und zum Glauben.

Vernetzung mit Kultur- und Migrationsvereinen im Bezirk

So werden muslimische Glaubensgemeinden zu einem wichtigen Partner des ASB im Ruhrgebiet. Sie und andere Kulturvereine helfen dabei, die Verbindung zwischen ihren Mitgliedern und dem Wohlfahrtsverband herzustellen. Dadurch erreicht der ASB bedürftige Migrantinnen und Migranten am besten.

Im Café Samowar wird deutlich, was es bedeutet, mit vielen Kulturen zusammenzuleben. Die arabischen Frauen essen beispielsweise nicht von den Tellern in der Begegnungsstätte, ohne sie vorher zu spülen. Noch lieber bringen sie ihr eigenes Geschirr mit, um sicherzustellen, dass die Utensilien nicht unrein sind, etwa weil Schweinefleisch darauf lag. Es ist eine Kleinigkeit im gemeinsamen Alltag, aber eine, die die anderen Gäste und die Mitarbeiter vom ASB kennen müssen, um sie zu respektieren.

Noch gibt es viel zu lernen in dem Modellprojekt. Mit SamikÖ zeigt der ASB Ruhr aber eindrücklich, auf wie vielen Wegen der Austausch zwischen den Kulturen gefördert und gelebt werden kann.

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