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Indonesien | ASB-Auslandshilfe

Inklusive Katastrophenvorsorge und stärkere Gemeinden

Wenn Katastrophen eintreten, darf Inklusion keine nachträgliche Überlegung sein. Das Projekt arbeitet daher mit Menschen mit Behinderungen, Gemeinden und Behörden zusammen, um inklusive Katastrophenvorsorge einschließlich effektiver Frühwarnsysteme und vorausschauenden Handelns zu stärken. Von der Gemeindeebene bis hin zur nationalen Ebene soll so dafür Sorge getragen werden, dass niemand auf sich allein gestellt bleibt, wenn es zum Katastrophenfall kommt.

Das Projekt

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    Projekttitel: Stärkung der Inklusion von Menschen mit Behinderung im Kontext von Humanitärer Hilfe und Katastrophenvorsorge

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    Projektregion: Distrikt Süd-Lampung, Provinz Lampung, Indonesien

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    Finanzierung: Aktion Deutschland Hilft (ADH)

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    Projektvolumen: 128.206 Euro

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    Laufzeit: 01.08.2024 – 31.07.2025

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    Zielgruppe: Vertreter:innen von lokalen und nationalen Selbsthilfeorganisationen von Menschen mit Behinderung; Vertreter:innen weiterer zivilgesellschaftlicher Organisationen; Vertreter:innen staatlicher Stellen von lokaler bis nationaler Ebene; Gemeindevertreter:innen

Indonesien ist weltweit eines der am stärksten von Katastrophen betroffenen Länder, und doch werden Menschen mit Behinderung in der Katastrophenvorsorge immer noch häufig übersehen. Wenn Frühwarnungen unklar, Evakuierungswege unzugänglich oder Notfallpläne unvollständig sind, steigt das Risiko schon lange vor Eintreten einer Katastrophe. Dies liegt nicht an fehlender Fürsorge, sondern an Systemen, die nie darauf ausgelegt waren, alle Menschen einzubeziehen.

Das Projekt setzt dort an, wo diese Lücke sichtbar wird. Von nationalen Koordinierungsstellen bis hin zu Gemeinden in der Provinz Lampung arbeiten Menschen mit Behinderungen, lokale Einsatzkräfte und Behörden Seite an Seite, um eine inklusive Katastrophenvorsorge zu stärken. Denn eine wirksame Katastrophenvorsorge sollte von Anfang an auf Inklusion ausgerichtet sein.

So hilft der ASB in Indonesien

Inklusion in die Praxis umsetzen – Schulungsmodule für inklusives Katastrophenmanagement

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Der ASB bringt Katastrophenschutzbehörden, Behindertenorganisationen und humanitäre Akteure an einen Tisch, um gemeinsam darüber nachzudenken, was inklusive Vorsorge wirklich bedeutet und wie es gelingen kann, dass niemand zurückgelassen wird. Durch einen gemeinsamen Planungsworkshop und Koordinierungstreffen mit Behindertenorganisationen, dem Schulungszentrum der nationalen Katastrophenmanagementbehörde BNPB und dem Innenministerium werden Defizite bestehender Systeme analysiert und gemeinsam Prioritäten definiert.

Auf dieser Grundlage werden bestehende Schulungsmodule des ASB für inklusives Katastrophenmanagement überarbeitet und verbreitet, und zwei weitere Module werden in Zusammenarbeit mit Behindertenorganisationen, BNPB und zivilgesellschaftlichen Organisationen neu entwickelt. Diese Module dienen nicht als fertige Produkte, sondern als lebendige Dokumente, die regelmäßig auf Basis von Feedback und Erfahrungen aus der praktischen Anwendung überprüft und verbessert werden.

Inklusives und vorausschauendes Handeln in Gemeinden stärken

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Der ASB stärkt Behindertenorganisationen wie auch Katastrophenvorsorgeteams in Gemeinden und versetzt sie in die Lage, im Katastrophenfall frühzeitig zu handeln. Dies umfasst Kenntnisse zu inklusiven Frühwarnsystemen oder vorausschauender humanitärer Hilfe, beispielsweise in Form von Bargeld und Voucher-Hilfen, die es den Gemeinden ermöglichen zu handeln, bevor Katastrophen und Krisen eintreten oder eskalieren. Durch maßgeschneiderte Schulungen lernen lokale Helfer:innen, wie diese Konzepte in der Praxis funktionieren und was sie für die Bevölkerungsgruppen bedeuten, die sonst oft als Letzte Unterstützung erhalten.

Der Prozess geht über die reine Schulung hinaus. Bestehende Instrumente, Module und Leitlinien zu vorausschauender humanitärer Hilfe werden unter Inklusionsaspekten überprüft, um festzustellen, was funktioniert und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Nach entsprechender Überarbeitung erfolgt die flächendeckende Einführung auf lokaler sowie nationaler Ebene, wodurch lokale Erfahrungen Eingang in nationale Systeme erlangen.

Ein Bewusstsein für inklusive Vorsorge schaffen

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Der ASB unterstützt Behindertenorganisationen dabei, sich auch in nationale Koordinierungsmechanismen einzubringen und Gehör zu verschaffen. Parallel hierzu werden zentrale Akteure der Humanitären Hilfe und Katastrophenvorsorge für die Bedeutung von Inklusion und Übernahme von Führungsverantwortung durch Menschen mit Behinderung sensibilisiert. So schafft das Projekt ein Bewusstsein dafür, dass inklusives vorausschauendes Handeln gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung und insbesondere in Zusammenarbeit mit besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen gestaltet werden muss, um erfolgreich zu sein.

Inklusive “Early Action”-Protokolle für eine verbesserte Vorsorge

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Gemeinsam mit den Gemeindemitgliedern werden inklusive Instrumente für vorausschauendes Handeln entwickelt und eingeführt. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Instrumente den lokalen Gegebenheiten sowie den Kapazitäten und Bedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen Rechnung tragen.

Im Zentrum dieser Bemühungen steht die Entwicklung von “Early Action“-Protokollen (EAP). Diese Protokolle nutzen bestehende Grundlagen der Gemeinden wie Katastrophenschutzstrukturen, Risikoanalysen, kartierte Evakuierungsrouten oder die Erfassung von Menschen mit besonderen Unterstützungsbedarfen und definieren, wer wann wie zu handeln hat, damit aus Risiken keine Krisen werden. Nach Entwicklung der EAPs werden diese offiziell auf Gemeindeebene eingeführt. Frühzeitiges Handeln wird so Teil der lokalen Vorsorge.

Hiermit einher gehen gezielte Verbesserungen der lokalen Frühwarnsysteme, sodass Warnungen eindeutiger und zuverlässiger werden. In Simulationsübungen erproben die Gemeinden anschließend ihre Systeme. Konkret wird hierbei getestet, inwiefern Frühwarnungen alle Gemeindemitglieder erreichen und wie diese darauf reagieren. Durch Übung, Reflexion und Weiterentwicklung der Instrumente findet so ein Wandel in den Gemeinden statt – weg von der Reaktion auf Katastrophenereignisse hin zu einem gemeinsamen frühzeitigen und inklusiven Handeln.


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