Herzinfarkt ohne Folgen überstanden

Katrin Kraatz
Foto: privat

Ein Vormittag Ende Oktober, es herrschen Minustemperaturen. Mein Vater, 79 Jahre, macht sich zu Fuß auf den Weg zu einer Trauerfeier. Später will er mich anrufen, wir wollen in der Stadt gemeinsam essen. Plötzlich klingelt das Telefon – viel zu früh! Meine Schwester: Vater sei in der Kirche zusammengeklappt und in einem Rettungswagen auf dem Weg in die Klinik. Dort bekommen wir Klarheit: Verschluss von drei Herzkranzgefäßen – Bypass-Notfalloperation! Erst Monate danach erfahren wir, was in der Kirche passiert war:

Unser Vater, Martin Kraatz, unterhielt sich vor Beginn der Trauerfeier mit seinem Sitznachbarn. Plötzlich stöhnte er auf und begann zu röcheln, offenbar bereits bewusstlos, und rutschte unter die Bank. Zwei Reihen vor ihm saß ein Handwerksmeister. Der bekam das Röcheln mit, sprang sofort über die Bänke zu meinem Vater. Zusammen mit anderen zog er ihn heraus, bis mein Vater lag. Da keine Vitalzeichen – Puls oder Atmung – existierten, begann der Handwerksmeister sofort mit der Herzdruckmassage. Seine Erfahrung war begrenzt, wie er später erzählte, aber ihm war klar, dass er etwas tun musste. Kurz danach kam zufällig ein Arzt, der ebenfalls zur Trauerfeier wollte, in die Kirche – er übernahm die Beatmung. Bis die Rettungskräfte eintrafen, hielten die beiden meinen Vater am Leben!

Er hat die Notoperation gut überstanden, die Bypässe sorgen wieder für eine gute Durchblutung. Das Herz funktioniert ohne jede Einschränkung, kein Herzmuskelgewebe ist abgestorben – dank des schnellen Eingreifens des Handwerksmeisters!

Katrin Kraatz, Mainz