ASJ-Jugendhaus "Rübe"

Ein zweites Zuhause

Im ASJ-Jugendhaus „Rübe“ in Essen-Rellinghausen herrscht eine familiäre Atmosphäre. Der offene Jugendtreff ist seit Jahrzehnten Anlaufstelle für die Kinder und Jugendlichen aus dem Viertel.

Die Mitarbeiterinnen Vanessa Menke und Lena Tyroff im Mehrzweckraum der „Rübe“. Dort ist viel Platz zum Klönen, Kickern und für Partys.

Foto: ASB/F. Zanettini

Dienstagnachmittag, 15.30 Uhr: Nacheinander trudeln Jugendliche ins offene Kinder- und Jugendhaus „Rübe“ in Essen-Rellinghausen ein. Die Jungen und Mädchen kennen sich gut und begrüßen sich mit Küsschen und Handschlag. „Seit der Einführung der Ganztagsschule kommen unsere Besucher viel später als früher in unsere Einrichtung“, erzähltdie Sozialpädagogin Marina Unkel. Sie leitet das Kinder- und Jugendhaus, dessen Träger dieArbeiter-Samariter-Jugend Ruhr im ASB-Regionalverband Ruhr ist.

Heute stehen Spiel und Sport auf dem Programm der „Rübe“. Vorher braucht der 14-jährige Cem aber noch Hilfe bei den Mathematikhausaufgaben. Lena Tyroff, die seit Oktober 2013 einen Bundesfreiwilligendienst in der „Rübe“ macht, setzt sich mit ihm an einen Tisch. Die anderen Jugendlichen gehen in der Zeit in den Mehrzweck- und Computerraum. Die Nutzung der PCs ist klar reglementiert: Die Jugendlichen dürfen nicht länger als 30 Minuten am Computer spielen.

Respektvoller Umgang

Die meisten Besucher sind zwischen zehn und 16 Jahre alt und haben einen türkischen Migrationshintergrund. Es kommen aber auch ehemalige Besucher, die über 20 Jahre alt sind, um Bewerbungen zu schreiben. Das Besondere am Essener Kinder- und Jugendhaus ist die familiäre Atmosphäre und der respektvolle Umgang miteinander. „Wir legen großen Wert auf gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung“, berichtet Marina Unkel.

Die „Rübe“ ist eine der letzten offenen Jugendeinrichtungen in Essen-Rellinghausen und seit über 20 Jahren im Stadtteil fest verankert. „Wenn ich durchs Viertel gehe, halte ich ein Schwätzchen mit den Eltern unserer Besucher. Viele von ihnen sind früher selbst in die Rübe gegangen“, sagt die Leiterin. Der 14-jährige Deniz schätzt die „Rübe“ als Treffpunkt mit seinen Freunden: „Ich habe zwar zu Hause ein eigenes Zimmer, aber hier können wir gemeinsam für uns sein.“

Besonders beliebt: Jungen- und Mädchengruppe

Neben dem offenen Treff gibt es feste Angebote wie Hausaufgabenbetreuung, Kochen, Disko und Sport.Besonders beliebt sind die Mädchen- und Jungengruppe. Sie finden einmal in der Woche statt. „Ich finde es gut, dass wir in der Jungengruppe mal unter uns sind“, erklärt Deniz. In der Gruppe entscheiden die Jungen und Mädchen selbst, was unternommen wird. Dabei sind die Interessen ganz verschieden: „Die Mädchen gehen gerne Eislaufen, die Jungen lieber zum Bowling“, berichtet Lena Tyroff, die die Jungengruppe leitet.