Krieg in der Ukraine

ASB leistet Nothilfe für Geflüchtete

Seit der russischen Invasion in die Ukraine bangen Millionen von Menschen um ihr Leben. Hundertausende, vor allem Frauen, Kinder und Ältere, sind auf der Flucht aus den stark umkämpften Gebieten und suchen Schutz in europäischen Nachbarländern. Als Hilfs- und Wohlfahrtsverband hilft der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Kriegsflüchtlingen in der Ukraine, den Anrainerstaaten und in Deutschland. Dabei arbeitet er eng mit den internationalen Samariterorganisationen in der Ukraine, Polen, der Slowakei und weiteren ukrainischen Nachbarstaaten zusammen und kann auf seinem langjährigen Engagement in der Region aufbauen.

In Deutschland engagieren sich ASB-Gliederungen bundesweit mit vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für die Geflüchteten aus der Ukraine, überwiegend bei der Unterbringung und Betreuung. Schon vor Beginn des Kriegs hat der ASB die Menschen in der Ostukraine, entlang der sogenannten Kontaktlinie, mit Lebensmitteln, Bargeld und Heizmaterial unterstützt. In Deutschland engagieren sich die ASB-Gliederungen bundesweit mit vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für die Ukraine-Nothilfe.

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Der Ukraine-Blog des ASB

Ukrainerinnen und Ukrainer erzählen ihre Geschichte. 


Hilfslieferungen für Ukrainerinnen und Ukrainer

Am 17. März wurde an der ASB-Bundesgeschäftsstelle in Köln ein LKW im Rahmen eines Hilfsgütertransports mit dringend benötigten Materialien wie Medikamenten, Hygieneartikeln, einem Stromerzeuger sowie Bettzeug für den ukrainischen Samariterbund (SSU) beladen. Ein zweiter LKW, der bereits zuvor im Ort Bünde mit Feldbetten und Matratzen beladen wurde, brach am selben Tag auf. Die beiden niedersächsischen Fahrzeuge erreichten am 18. März die slowakisch-ukrainische Grenze, wo das Material auf ukrainische Fahrzeuge verladen und von dort in die Region Lwiw weitergeleitet wurde. Nur wenige Kilometer hinter der Grenze versorgen die ukrainischen Samariter*innen Menschen, die aus Charkiw, Goszomel, Butscha und Kiew hierher geflohen sind. Sie fanden Unterkunft in ehemaligen Kindergärten, die von den Samariter*innen zu Notunterkünften hergerichtet wurden. Hier wurden die aus Deutschland gelieferten Betten, Matratzen, Nahrungsmittel und Medikamente dringend benötigt. Weitere Hilfsgüterlieferungen sind geplant. Mehr zum Transport auch auf unserer Facebook-Seite.

Bayern

Haupt- und ehrenamtliche Samariterinnen und Samariter in ganz Bayern engagieren sich für Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine in den Freistaat geflüchtet sind. Einsatzkräfte des ASB-Bevölkerungsschutzes München/Oberbayern waren im Berufsschulzentrum in der Riesstraße in München im Einsatz. In vier Turnhallen und einem weiteren Schultrakt mit mehreren Klassenzimmern wurden 331 Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet der Ukraine untergebracht. Auch für die Kleinsten ist ein Raum eingerichtet, in dem sie von Einsatzkräften betreut werden und die Chance haben, für kurze Zeit die grausame Realität in ihrer Heimat zu verdrängen. Die Gegenstände im Spielzimmer sind gespendet – Spiele, Puzzle, Maltische und Stühle, Musikinstrumente. Einige der geflüchteten Familien haben zudem ihre Haustiere, Hunde und Katzen, mitgebracht. Ein ehrenamtliches Tierarztteam kümmert sich um verletzte und kranke Tiere. Für einige ist die Notbetreuung aber nur eine kurze Zwischenstation auf ihrem Weg zu Verwandten oder auch Freunden. Auch in Erlangen wurden Mitte März die ersten ukrainischen Geflüchteten begrüßt. Die Unterkunft wird vom ASB betrieben. Norbert Tessmer, stellvertretender Vorsitzender des bayerischen ASB-Landesverbandes, äußerte sich mit eindringlichen Worten zur aktuellen Situation. Mehr zur Hilfe der bayerischen Samariterinnen und Samariter finden Sie hier.

Hessen

Der Landesverband Hessen engagiert sich mit einem Nothilfeangebot an der polnischen Grenze. Zu diesem Zweck hat sich am 5. März zunächst ein hessisches Erkundungsteam ein Bild von der Lage vor Ort gemacht und konkrete Hilfsbedarfe identifiziert. Am 11. März reiste ein Einsatzteam an, das in Budomierz an der polnisch-ukrainischen Grenze ein Angebot an Verpflegung, temporärer Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten im 24-Stunden-Betrieb aufgebaut und das Erkundungsteam abgelöst hat. Das zwölfköpfige Team, bestehend aus Samariter*innen aus Hessen und zwei Samariter*innen aus dem benachbarten Rheinland-Pfalz, brachte Hilfsgüter eine Feldküche, ein ausreichend starkes Stromaggregat sowie Zelte, Feldbetten, Tische, Bänke und Hygieneartikel ins Einsatzgebiet. Das Einsatzteam wird wöchentlich abgelöst. Momentan wird das hessische Team mit Kollegen aus Rheinland Pfalz verstärkt. Weitere Informationen zur Nothilfe-Ukraine an der polnischen Grenze sowie in Hessen lesen Sie hier.

NRW

Der ASB Ruhr hat einen Hilfstransport in Essens polnische Partnerstadt Zabrze organisiert. Überwältigend viele Menschen haben in den letzten Tagen Sachspenden wie Hygieneartikel, aber auch Kissen, Decken, Handtücher oder Artikel für Kinder wie Malblöcke, Heft und Stifte abgegeben. Am 17.03.2022 ist der Transport in Richtung Polen aufgebrochen. Die Spenden werden in einem Familienzentrum in Essens Partnerstadt Zabrze zum Einsatz kommen. Auch die Mitglieder der Rettungshundestaffel des ASB Ruhr haben zu Spenden für Rettungshunde in der Ukraine aufgerufen. Dort sind die vierbeinigen Retter im Einsatz, um in Trümmern nach Verletzten und Vermissten zu suchen. Die besonderen Herausforderungen im Krieg erfordern jedoch auch besondere Ausrüstung, zum Beispiel Pfotenschutz, Salbe und Verbände. Auch Hundefutter, Erste-Hilfe-Material und Abseilgeschirre wurden in großer Menge gespendet. Der ASB Ruhr stellte den Kontakt zu Detlef Kühn vom ASB Berlin her. Der Fachdienstleiter der Berliner ASB-Rettungshundestaffel ist seit vielen Jahren in engem Kontakt mit Rettungshundeteams in der Ukraine und hat viele Staffeln dort mit aufgebaut. Er organisiert den Transport in die Kriegsregion. Die Samariter*innen aus Essen haben Mitte März die Spenden aus Essen nach Berlin gebracht. Ein TV-Team hat im Vorfeld mit der Organisatorin gesprochen. Mit einem Klick können Sie den Videobericht ansehen. Informationen zu weiteren Hilfstransporten der ASB-Regionalverbände in Nordrhein-Westfalen finden Sie hier.

Am 2. März ist ein Transport mit Hilfsgütern von Paderborn nach Przemyśl an der polnisch-ukrainischen Grenze unterwegs. Die ASB-Helfer transportieren Feldbetten, Bekleidung und Handtücher. Auf Initiative der Stadt Bielefeld haben sich die ASB-Helfer gemeinsam mit der Feuerwehr Paderborn, den Maltesern, den Johannitern, dem THW und dem DRK auf den Weg gemacht, um zu helfen. Auf Initiative des ASB Region Düsseldorf ist am Vormittag des 03.03.2022, ein Hilfstransport an die polnisch-ukrainische Grenze aufgebrochen. Es liegt eine konkrete Bedarfsanforderung eines Krankenhauses in Lwiw vor, die über private Kontakte von Einsatzkräften des ASB Region Düsseldorf übermittelt wurde. Der ASB Oberhausen/Duisburg stellte für den Transport medizinisches Verbrauchsmaterial zur Verfügung, der ASB-Landesverband Nordrhein-Westfalen koordinierte die Abholung des Materials zwischen den beteiligten Gliederungen und stellte ebenfalls medizinisches Verbrauchsmaterial zur Verfügung.

Sachsen-Anhalt

Auf Anfrage des Landkreises hat der ASB Salzlandkreis innerhalb kürzester Zeit ein Hilfstransport in den Partnerlandkreis Jaroslaw (Polen) gesandt. Jaroslaw befindet sich direkt an der ukrainischen Grenze und nimmt derzeit hunderte von Flüchtlingen auf. Mit Hilfe einer Bedarfsliste aus der Krisenregion konnten die Samariter*innen gezielt helfen. Benötigt wurden u.a. Sanitätszelte und dazugehörige Heizungen, LED-Baulampen mit alternativer Stromversorgung, Feldbetten, Schlafsäcke und Wärmedecken, Thermounterwäsche und Thermosocken, warme Mützen und Handschuhe, Campingkocher, Taschenlampen und Stirnlampen inkl. Batterien, Generatoren 10-15 kW, Schmerzmittel und Verbandmaterial sowie Notstromaggregate. Beim Sortieren und Einladen der Hilfsgüter halfen Aschersleber freiwillig und unterstützten die Hilfsaktion des ASB Salzlandkreis und der DLRG Bernburg.

Viele dieser Hilfsgüter sind private Spenden der Bevölkerung oder kamen aus Pflegeeinrichtungen. Sechs ehrenamtliche Helfer des ASB Salzlandkreis und die Kollegen der DLRG Bernburg sind am 10. März Richtung Polen gestartet. Tom Gräbe, Redakteur beim Hörfunk (mdr Sachsen-Anhalt), hat den Hilfstrupp in die Grenzregion zur Ukraine begleitet. Hören Sie seinen emotionalen, berührenden und informativen Beitrag, der aufzeigt, wie wichtig die Einsätze des ASB im Rahmen der Ukraine-Nothilfe sind und auch, was mit den Spenden aus der Bevölkerung geschieht.

 



Hilfe für Flüchtlinge in Deutschland

Sämtliche ASB-Landesverbände sind in die Unterbringung von Geflüchteten involviert. Der Bundesverband koordiniert Hilfsangebote und Bedarfe. Zur Frage „Geflüchtete aus der Ukraine – Wie können wir helfen?“ im Deutschlandfunk Kultur erklärt Michael Schnatz, ASB-Fachbereichsleiter Bevölkerungsschutz, worauf es jetzt ankommt. Hören Sie selbst!

In Zusammenarbeit mit der Organisation TERRE DES FEMMES wurden Sicherheitshinweise vor allem für weibliche Geflüchtete für ein sicheres Ankommen und zum Schutz vor Menschenhändlern und Zuhältern entwickelt. Sie erscheinen in ukrainischer, russischer und deutscher sowie englischer Sprache.

Berlin

Am Berliner Hauptbahnhof leistet der ASB Berlin-Nordwest gemeinsam mit dem Berliner DRK medizinische Notversorgung für geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer. Die Ankommenden, vor allem Kinder, Frauen und ältere Menschen, werden medizinisch versorgt und erhalten Medikamente, Hygieneartikel sowie Desinfektionsmittel. Seit dem 14. März betreibt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Berlin gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen unter dem Motto #WirhelfenBerlin das Ankunftszentrum für ukrainische Kriegsflüchtlinge am ehemaligen Flughafen Tegel. Die haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte des ASB übernehmen am Ankunftszentrum den Bereich Logistik/Lager und sind damit für den Aufbau und die Versorgung der Kriegsflüchtlinge und der Helferinnen und Helfer verantwortlich. Aktuell liegt die Kapazität bei 500 Übernachtungsplätzen und wird kurzfristig auf bis zu 3.000 Plätze erweitert. Aktuell kommen in Berlin täglich Fernzüge aus Warschau und Prag mit mehreren tausend Kriegsflüchtlingen an, die von vielen Freiwilligen aus der Zivilgesellschaft am Berliner Hauptbahnhof in Empfang genommen werden. Viele der ankommenden Menschen fahren mit Anschlusszügen in andere Regionen Deutschlands, andere bleiben in Berlin und können nun im Ankunftszentrum untergebracht und versorgt werden.

Brandenburg

Auch der ASB-Regionalverband ist in der Flüchtlingshilfe aktiv. Brandenburger Samariterinnen und Samariter sowie die ASJ sind seit dem 04.03.2022 am Bahnhof in Frankfurt/Oder im Einsatz. Die dort angekommenden Flüchtlinge werden von ihnen medizinisch erstversorgt, mit Mahlzeiten verpflegt und betreut. Die ASJ kümmert sich insbesondere um die Kinder.     

Bremen

Auch in Bremen setzt sich der ASB für Kriegsopfer aus der Ukraine ein und übernimmt die Betreuung für 1.000 geflüchtete Menschen in der Notunterkunft in den Messehallen 6 und 7 auf der Bremer Bürgerweide. Viele sind nach Tagen der Unsicherheit froh, eine Bleibe zu haben. Mehr dazu sehen Sie in diesem TV-Bericht.

Hessen

Auch beim Landesverband Hessen ist die Flüchtingshilfe hier vor Ort angelaufen. „Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten und den geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern einen sicheren Ort bieten, an dem sie ankommen können. Dafür engagieren sich derzeit Regionalverbände und Tochtergesellschaften in ganz Hessen.“, erklärt Matz Mattern, Landesgeschäftsführer des ASB Hessen. In Frankfurt wurden bereits mehrere Notunterkünfte aufgebaut, teilweise in Zusammenarbeit mit dem DRK und mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr. Hier werden Geflüchtete versorgt und verpflegt. Dafür stellt die ASB-Tochtergesellschaft O.P.A.L. Mahlzeiten zur Verfügung. Eine weitere Tochtergesellschaft, die ASB Lehrerkooperative organisiert ehrenamtliche Dolmetscher*innen und bereitet aktuell pädagogische Einrichtungen auf die Integration von Flüchtlingen im Alltag vor. Informationen zur Ukraine-Nothilfe in Hessen finden Sie hier

NRW

Die ASB-Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine ist in NRW weiterhin groß und wird täglich vielfältiger. Die Regionalverbände organisieren nicht nur Hilfsgütertransporte, sondern richten auch Unterbringungseinrichtungen ein und betreuen Geflüchtete in NRW. Der ASB Köln betreibt seit Mitte März im Auftrag der Stadt Köln auf dem Breslauer Platz am Kölner Hauptbahnhof eine vorläufige Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Köln sowie der Kölner Ukraine-Hilfsorganisation Blau-Gelbes-Kreuz e.V. werden die Geflüchteten in beheizten Zelten empfangen, auf Covid-19 getestet und konnten sich dort etwas Ausruhen. Im Anschluss werden sie in andere Einrichtungen in NRW weitergeleitet. Unter den Geflüchteten sind viele Kinder sowie junge Familien, die nach den Strapazen der Flucht die angebotene Hilfe dankbar annehmen. Im ARD-Brennpunkt wird auch die ASB-Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine vorgestellt.

Auch die Ehrenamtlichen aus dem Katastrophenschutz des ASB-Regionalverbands Bergisch Land leisten wieder Unglaubliches. Am Montag, den 7. März, waren sie sofort zur Stelle, als knapp 500 aus der Ukraine vertriebene Menschen in Wuppertal versorgt und betreut werden mussten. Hiernach ging es weiter mit der Einrichtung einer Erstunterkunft in Wuppertal. Am Donnerstag und Freitag, wurde in Bergisch Gladbach in einer Blitzaktion eine Interims-Lösung für zirka 70 bis 100 Personen aus dem Boden gestampft. Am Abend sind bereits die ersten Kriegsflüchtlinge an der Saaler Mühle angekommen und zunächst von den Helferinnen und Helfern des Katastrophenschutzes ehrenamtlich betreut worden. Der Betrieb soll baldmöglich in den hauptamtlichen Betrieb übergehen. Für die Betreuung der Geflüchteten werden noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Weitere Infos erhalten Sie hier. Mehr zum Einsatz des ASB Bergisch Land sehen Sie in diesem Video

Der ASB Witten bereitet sich gemeinsam mit dem DRK und der Stadt auf die Ankunft von rund 70 geflüchteten Frauen mit ihren Kindern vor. Außerdem reagiert der Kreisverband auf eine Bitte der ukrainischen Ärztevereinigung in Deutschland und organisiert eine Sammlung von medizinischen Hilfsgütern für die Ukraine. In Essen hat der ASB Ruhr mit seinem Tochterverein Die Perspektive e.V. eine Sammelstelle für dringend benötigte Dinge des täglichen Lebens wie Schmerzmittel, Hygieneartikel oder Konserven eingerichtet.

Sachsen-Anhalt

Ukraine-Nothilfe organisiert auch der ASB-Regionalverband Mansfeld-Südharz in Hettstedt. Mitarbeiter*innen des Sanitätszuges und der Flüchtlingshilfe unterstützen den Landkreis und Wohnungsgesellschaften bei der Ersteinrichtung von Wohnungen für geflüchtete Mütter mit ihren Kindern. Geliefert werden Möbel, Haushaltsgegenstände, Auslegware und alles was die ukrainischen Flüchtlinge für ein Ankommen auf friedlichem Boden benötigen. Zudem bietet der ASB Mansfeld-Südharz über sein Leistungsangebot „ASB-Flüchtlingshilfe“ Betreuung bei der Kommunikation mit Ämtern und erste Orientierung: Was finde ich wo in der neuen Umgebung? Gleichzeitig gibt es verschiedene Betreuungsangebote, zum Beispiel Kochnachmittage und gemeinsame Spielrunden. Mehr zur Ukraine-Nothilfe des ASB Sachsen-Anhalt erfahren Sie hier

Seit über einer Woche sind Freiwillige des ASB-Katastrophenschutzes des ASB Magdeburg im Einsatz, um den Menschen aus der Ukraine ihr Ankommen zu erleichtern. Gemeinsam mit dem DRK Katastrophenschutz, der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., der DLRG und dem Malteser Hilfsdienst wurde die Hermann-Gieseler-Halle als Unterkunft für Geflüchtete zunächst eingerichtet und wird seitdem unter Federführung der Landeshauptstadt Magdeburg betrieben. Hand in Hand mit allen HiOrgs und Ehrenamtlichen sorgt der ASB dafür, dass die Geflüchteten die Hilfe bekommen, die sie aktuell benötigen. Zunächst ist die Hermann-Gieseler-Halle noch der erste Anlaufpunkt für die Menschen aus dem Kriegsgebiet. Mitte März wird es dann die Messehalle 3 in der Tessenowstraße sein, die bereits als Unterkunft dient. Weitere Messehallen werden derzeit vorbereitet. Auch dort werden Samariterinnen und Samariter mit anpacken. Zudem arbeiten Samariterinnen und Samariter im Einsatzstab von Stadt und Feuerwehr mit. Derzeit werden fünf Wohnungen aus dem eigenen Bestand vorbereitet und sukzessive eingerichtet, die der längerfristigen Unterbringung der Geflüchteten dienen sollen. Für die Ausstattung der Wohnungen werden Sachspenden (Möbel, Küchen, Herde, Waschmaschinen, Geschirr, Bettzeug) gesammelt und die Anlieferung koordiniert, sodass der Wohnraum schnellstmöglich zur Verfügung gestellt werden kann.

Niedersachsen

Die Samariterinnen und Samariter des Kreisverbandes Hannover-Land/Schaumburg und des Ortsverbandes Hannover-Stadt bereiten sich ebenfalls auf ankommende Flüchtlinge vor und richten die Betreuungsstelle mit Behandlungsplatz in der Messehalle 12 auf der Hannover-Messe am „Drehkreuz Hannover“ ein.  Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil dankt dem ASB für die Betreuung von Flüchtlingen. Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen haben Samariterinnen und Samariter des ASB Heidekreis die Heidmark-Halle für die kurzfristige Unterbringung und Versorgung von ukrainischen Vertriebenen vorbereitet. Der Heidekreis reagiert damit auf das aktuelle Flüchtlingsgeschehen insbesondere in Bad Fallingbostel. 27 Zelte und 186 Betten wurden durch 150 ehrenamtliche Hilfskräfte aufgebaut. Binnen zwei Stunden war die Notunterkunft errichtet. 

Schleswig-Holstein

In Kellinghusen baut der ASB Pinneberg-Steinburg im Auftrag des Kreises Steinburg eine Unterkunft für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine auf. Mit dabei sind Mohammad Hasawiah, ASB-Ehrenamtskoordinator und Mitarbeiter des RBZ Steinburg, und 26 junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund. Sie stammen aus Syrien, dem Irak, dem Iran, Afghanistan, Kasachstan, Albanien, Venezuela, Armenien und der Ukraine und wissen, wie das ist, Flüchling zu sein. Daher wollen sie helfen. In drei Gruppen aufgeteilt, wurden in der ehemaligen Liliencronkaserne 27 Zimmer in Windeseile hergerichtet. Die Betreuung der Flüchtlingsunterkunft werden ASB-Kräfte unter anderem vom Fahrdienst, der Bootsgruppe und der Drohnenstaffel übernehmen. Auch Mohammad Hasawiah und seine Helferinnen und Helfer stehen bereit, um weiter zu helfen. Mehr zur Hilfe des ASB Schleswig-Holstein lesen Sie hier.


FAQ zur Ukraine-Hilfe des ASB

Allgemeines zu den Hilfsmaßnahmen

Vor Beginn des Krieges war der ASB entlang der sogenannten Kontaktlinie, die die Ukraine und Russland trennt, aktiv und versorgte die Bewohner*innen mit Lebensmitteln, Bargeld, Hygieneartikeln sowie Heizmaterial. Der ASB unterstützte dabei sowohl in dem Gebiet, das von der ukrainischen Regierung kontrolliert wird, als auch in dem Gebiet, das von durch Russland unterstützte Separatisten beherrscht wird. Mit Kriegsbeginn musste der ASB in Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt als Zuwendungsgeber die humanitäre Hilfe entlang der Kontaktlinie auf unbestimmte Zeit einstellen. Doch der ASB setzt alles daran, seine humanitäre Hilfe in der Ukraine wieder in größerem Umfang fortzusetzen, sobald es die Lage erlaubt. In Kiew hat unsere Partnerorganisation immer wieder Lebensmittel verteilt, wenn die Sicherheitslage dies zuließ. 

•    Der ASB ist seit 2015 in der Ukraine mit einem eigenen Länderbüro in Kiew und in Sieverodonetsk tätig. Neben dem ASB ist der ukrainische Samariterbund SSU als Partner seit 1993 im ganzen Land aktiv.
 
•    In Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt als Zuwendungsgeber wurden alle Aktivitäten dies- und jenseits der Kontaktlinie seit dem Einmarsch der russischen Truppen eingestellt. Der Fokus unserer Tätigkeiten in der Ukraine liegt aktuell auf der Sicherheit der lokalen Mitarbeiter*innen und Partner sowie dem Wiederaufbau eines Länderbüros im Westen der Ukraine.  
 
•    Der ASB unterstützt den ukrainischen Samariterbund mit der Bereitstellung von Geldern zum Einkauf von Hilfsgütern in Kiew, um die lokale Bevölkerung zu versorgen
 
•    Der ASB unterstützt den polnischen Samariterbund (SFOP) finanziell, um dringend benötigte Hilfsgüter zu beschaffen und an die Flüchtlinge zu verteilen
 
•    Der ASB transportiert Hilfsgüter an die polnisch-ukrainische und slowakisch-ukrainische Grenze zum Weitertransport in die Ukraine sowie zur Stärkung der ASB-Partnerorganisationen in den Anrainerstaaten
 
•    Der ASB unterstützt bei der Beförderung von vulnerablen Flüchtlingen aus den Grenzregionen nach Deutschland.
 
•    Deutschlandweit sind ASB-Landesverbände und -Gliederungen im Einsatz, um ankommende Flüchtlinge aus der Ukraine in Erstaufnahmen zu versorgen, zu betreuen und unterzubringen.  Darüber hinaus werden medizinische Hilfen angeboten.

Anrainerstaaten

•    Samariter-Partner in Polen, Ungarn, der Slowakei und in Rumänien unterstützen ankommende Flüchtlinge aus der Ukraine mit notwendigen Hilfsgütern und medizinischer Versorgung.
 
•    Das FAST des ASB bereitet aktuell einen Einsatz in den slowakischen Flüchtlingscamps Vojany und Humenné vor, um den slowakischen Samariterbund zu unterstützen.

Wie kann ich mich von Deutschland aus für die Menschen engagieren?

  • Der beste Weg jetzt zu helfen sind Geldspenden über unser Spendenformular
     
  • Damit ermöglichen Sie dem ASB, genau das zu beschaffen, was die Menschen in der Krisenregion – auf der Grundlage einer professionellen   Bedarfserhebung – wirklich brauchen. So wird garantiert, dass die Hilfsgüter auch dem lokalen Kontext angepasst sind.
     
  • Geldspenden sind somit effizienter und beanspruchen – anders als Sach- und Materialspenden – in einer Katastrophensituation keine knappen Ressourcen wie Transport-, Personal- und Lagerkapazitäten.

Kann ich ehrenamtlich direkt vor Ort helfen?

  • Viele Bürgerinnen und Bürger möchten in Krisenfällen selbst vor Ort als freiwillige Helferin oder freiwilliger Helfer mit anpacken. Der ASB bedankt sich ausdrücklich für diese Hilfsangebote, bittet jedoch um Verständnis dafür, dass wir diese Hilfe in den meisten Fällen nicht annehmen können.
  • Die Mitarbeit in humanitären Hilfseinsätzen im Ausland setzt eine fundierte Ausbildung und mehrjährige Erfahrung voraus, wie beispielsweise Kenntnisse über die kulturellen Gepflogenheiten, Sprachkenntnisse oder Kenntnisse der Sicherheitslage.

Nimmt der ASB Sachspenden entgegen?

  • Wir wissen Ihr Hilfsangebot zu schätzen. Allerdings nehmen wir für Hilfsprojekte im Ausland keine privaten Sachspenden an.
  • Im Einzelfall entscheidet der ASB mit Anbietern von Sachspenden, ob ein Transport in das jeweilige Projektgebiet sinnvoll ist.
     
  • Wichtige Kriterien hierfür: Die Kosten für Verpackung und Transport dürfen den Wert der Sachspenden nicht übersteigen; die Sachspenden müssen standardisiert sein, damit sie zollrechtliche Bestimmungen erfüllen; die Sachspenden müssen den im Krisengebiet vorherrschenden kulturellen Bedürfnissen entsprechen.

Wie gewährleistet der ASB, dass Spendengelder nicht in falsche Hände geraten?

  • Der ASB ist eine zivilgesellschaftliche Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation und arbeitet unabhängig von Regierungen. Wir verfügen über strenge interne Kontrollmechanismen, um Korruption vorzubeugen.
     
  • Die Umsetzung der dem ASB anvertrauten Spenden wird von eigenen Mitarbeiter*innen gewährleistet und überwacht.Die Hilfeleistungen finden durch eigene internationale oder lokale Mitarbeiter*innen statt bzw. über vertrauenswürdige, langjährige lokale Partner. Sie werden niemals an Regierungen weitergegeben.