Modernes ASB-Pflegeheim
[ Bild: Modernes ASB-Pflegeheim ]
ASB-Leuchttürme

ASB Illingen koordiniert die „Engagierte Stadt“

Mit dem Netzwerk „Engagierte Stadt“ koordiniert der ASB Illingen das bürgerschaftliche Engagement für Geflüchtete in der saarländischen Kleinstadt Illingen. Die Partner sind Vereine, Kirchengemeinden, Schulen und die Kommune selbst. Unter der Führung des ASB ist ein großes, starkes Netzwerk entstanden.

Als der ASB Illingen im September 2015 den Zuschlag für das bundesweite Förderprogramm „Engagierte Stadt" erhielt, ahnte der saarländische Ortsverband nicht, was für eine Welle der Hilfsbereitschaft er in der Region auslösen würde. Nur sieben Monate später ist unter seiner Federführung ein breites soziales Netzwerk entstanden. Es unterstützt die 320 Flüchtlinge bei ihrer Integration in der Kleinstadt Illingen. Sie werden von der Gemeinde dezentral in eigenen Wohnungen betreut.

Projektleiterin Anke Thomé vom ASB Illingen ist äußerst zufrieden mit der Entwicklung der „Engagierten Stadt": „Das Projekt hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Wir haben sehr viele Partner aus der Gemeindeverwaltung, den Kirchengemeinden, der Wirtschaft und der Bürgerschaft gewinnen können. Jüngst ist der Landkreis Neunkirchen dem Netzwerk beigetreten."

Auch Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse des Illtalgymnasiums Illingen (IGI) leisteten einen Beitrag zur „Engagierten Stadt". Sie haben die Schülerfirma „Destination IGI" im Rahmen des Programms „JUNIOR" gegründet und die Website www.engagierte-stadt-illingen.saarland zusammen mit dem ASB und Flüchtlingen erstellt. Die Website ist am 9. Mai 2016 online gegangen. Der mehrsprachigen Wegweiser will Flüchtlingen helfen, sich leichter in ihrer neuen Heimatgemeinde zurechtzufinden. Die Informationen zu Alltagsthemen wie Wohnungssuche, Kontoeröffnung und Bildung sowie Adressen von Behörden und Ärzten sind übersichtlich strukturiert.

„Die Unterstützung der Flüchtlinge für einen Start in ein neues Leben ist groß", berichtet Inge Fuhr, Vorsitzende des ASB Illingen. Im Lerncafé, das der ASB in seiner Geschäftsstelle betreibt, erhalten Flüchtlinge Deutschunterricht von fünf Lehrern im Ruhestand. Dort können sie an von Google gespendeten Chromebooks ihre Deutschkenntnisse auch außerhalb des Unterrichts vertiefen. Ehrenamtliche begleiten die Flüchtlinge bei Behördengängen und stehen bei Alltagsfragen zur Verfügung. Die Frauengemeinschaft der Pfarrgemeinde St. Stephanus trifft sich einmal in der Woche mit muslimischen Frauen. Die evangelische Kirchengemeinde in Uchtelfangen hat das Café International eingerichtet. Es wird mittlerweile von Flüchtlingen selbst betrieben. Der Sportverein Illingen unterstützt in seinem Projekt „Kids mit Herz und Köpfchen" 20 Kinder aus Syrien beim Erlernen der deutschen Sprache. Alle diese Aktivitäten koordiniert der ASB mit seinem Netzwerk „Engagierte Stadt".

Besonders freut es Anke Thomé und Inge Fuhr, dass die Geflüchteten selbst im Projekt mitarbeiten. „Sie helfen zum Beispiel in Kleider- und Haushaltswarenkammer des ASB, in der neu ankommende Flüchtlinge eine Erstausstattung erhalten. Oder sie fungieren als Dolmetscher", berichtet die Projektleiterin.

Alle vier Wochen kommen die Partner des Netzwerks zum runden Tisch zusammen. Mit dabei sind die verantwortlichen Helfer von unterschiedlichen Trägern und Vereinen sowie Mitarbeiter der Gemeinde Illingen und die Flüchtlinge selbst. „Wenn es zum Beispiel um berufliche Integration geht, dann sitzen selbstverständlich kompetente Ansprechpartner des Jobcenters mit am Tisch und wir können Probleme schnell und einfach lösen", sagt Anke Thomé.

Dem Netzwerk „Engagierte Stadt" ist es unter Leitung des ASB gelungen, das bürgerschaftliche Engagement in Illingen zu bündeln und ein starkes Wir-Gefühl in der Region zu schaffen. So schreibt Bürgermeister Armin König voller Begeisterung in seinem Blog: „Wir alle SIND die engagierte Stadt. In der Flüchtlingsarbeit, in der Sozialarbeit, in der Kulturarbeit. Es sind die Ehrenamtlichen, die es möglich machen. 

Die Förderung durch das Programm „Engagierte Stadt", das von fünf namhaften Stiftungen, einem Unternehmen und dem Bundesfamilienministerium getragen wird, läuft für die Illinger im Dezember 2017 aus. Danach wird sich das Netzwerk gemäß den Vorgaben des Programms auch anderen Zielgruppen öffnen. „Wir möchten in Zukunft auch Senioren und Menschen mit Behinderung unterstützen", erklärt Thomé. Der Gedanke der Nachhaltigkeit ist gut. Denn schon nach sieben Monaten steht fest: Das Netzwerk ist aus Illingen nicht mehr wegzudenken.