Einrichtung des Monats Juni

Schulsanitätsdienst in der Ziehenschule

Die Schulsanitäter der Frankfurter Ziehenschule sind fit in Erster Hilfe und wissen, was im Notfall zu tun ist. Ausgebildet werden sie vom ASB Frankfurt am Main.

Eine Schulsanitäterin übt das Fühlen des Pulses an einer Puppe.

Foto: ASB/A. Königstein

Heute steht das Thema „Herz-Kreislauf-Stillstand“ auf dem Schulungsplan. Die 25 Schulsanitäter der Ziehenschule in Frankfurt-Eschersheim trainieren Herzdruckmassage und Beatmung mithilfe eines Beatmungsbeutels. Unterrichtet werden sie einmal im Monat von Ausbildern des ASB Frankfurt am Main. Der hessische ASB-Ortsverband betreut den Schulsanitätsdienst an dieser sowie an acht weiteren Frankfurter Schulen.

Erste Hilfe auf dem Lehrplan

Schon seit 25 Jahren wird Erste Hilfe an der Ziehenschule großgeschrieben. Alle 9. Klassen des Gymnasiums nehmen an einer 30-stündigen Erste-Hilfe-Schulung teil. „Wer sich im Erste-Hilfe-Unterricht geschickt angestellt hat, darf sich für den Schulsanitätsdienst bewerben“, erklärt Lehrer Armin Ott. Er leitet den Sanitätsdienst der Schule und ist auch Erste-Hilfe-Ausbilder beim ASB Frankfurt am Main.

Der freiwillige Dienst ist bei den Schülern äußerst beliebt: Es gibt mehr Anwärter als Plätze. „Erste Hilfe macht Spaß und ich kann so auch meinen Freunden beim Fußball helfen, wenn sie sich verletzen“, meint der 16-jährige Schulsanitäter Hakeem. Jeden Tag sind fünf Schulsanitäter im Einsatz. In den Pausen versorgen sie ihre verletzten Mitschüler im Sanitätsraum, während des Unterrichts tragen sie Piepser, mit denen sie zur Hilfe gerufen werden können.

Vom Kirschkernkissen bis zur Herzdruckmassage

Rund sieben Mal am Tag werden die Helfer gebraucht. In den meisten Fällen handelt es sich um kleine Verletzungen und Bauchschmerzen. „Da reichen Pflaster oder ein warmes Kirschkernkissen“, erklärt Schulsanitäter Luka. Ende April 2014 erlitt jedoch ein Mitschüler einen Herzstillstand. Die herbeigerufene 17-jährige Schulsanitäterin Helena erkannte geistesgegenwärtig den Ernst der Lage und konnte ihrem Mitschüler durch eine Herzdruckmassage und Beatmung das Leben retten. Dank der unmittelbaren Reanimation geht es dem 18-Jährigen heute gut und er legt seine mündliche Abiturprüfung ab. „So ein schwerer Fall ist zum Glück sehr selten“, erklärt Armin Ott, „er zeigt aber, wie wichtig es ist, dass jeder Erste Hilfe leisten kann.“

In der Freizeit im ASB-Sanitätsdienst

Durch die enge Kooperation zwischen dem ASB und der Ziehenschule engagiert sich die Hälfte der Schulsanitäter in ihrer Freizeit als Sanitäter beim ASB Frankfurt am Main. Um beim Sanitätsdienst noch qualifizierter helfen zu können, haben die Schüler außerhalb des Unterrichts einen 100-stündigen Sanitätsdienstlehrgang (SDL) des ASB besucht. Dieses profunde Wissen hat auch Helena bei der Rettung ihres Mitschülers geholfen: „Ich wusste in dem Moment genau, was zu tun war. Das war wie ein Programm, das ich abgespielt habe.“